Ärger um den Beethovenpark

Er befindet sich in bester Innenstadtlage und ist „für Menschen, die bei Eigentumswohnungen auf nichts verzichten wollen“. Mit diesen Worten bewirbt die tfm Wohnbau GmbH & Co. KG ihre Gebäude im neuen Beethovenpark zwischen Bismarckviertel und Bahnhof. Doch die Bebauung des Geländes verzögert sich.

Der Beethovenpark ist mit 90 000 Quadratmetern zurzeit das größte Projekt in der Innenstadt. Östlich der Gögginger Brücke soll ein neues Wohnquartier entstehen, dazu ein großer Supermarkt, Praxis- und Büroflächen sowie ein Vier-Sterne-Hotel. Mehrere lokale Unternehmen finanzieren den Bau der Wohn- und Gewerbeimmobilien. Bisher ist noch nicht viel passiert, Tausende Quadratmeter liegen brach. Der Eigentümer des Grundstücks, die ehemalige Bahntochter Aurelis, spricht von einer Verschleppung des Vorhabens um ein Jahr.

Eigentlich ging es schon im Frühjahr 2012 los, das Gelände zwischen Stetten- und Alpenstraße war als erster Teil des Projekts Beethovenpark baufertig. Die Klagen eines Anwohners, eines pensionierten Juristen, führten allerdings zu Schwierigkeiten. Dem Nachbarn waren die geplanten Gebäude zu hoch.

Nach Rücksprache mit Anliegern reduzierte Aurelis die Höhe eines Objekts im Westen der Stettenstraße von ursprünglich geplanten 45 auf 25 Meter. Der besagte Jurist zeigte sich jedoch uneinsichtig und will mit einer Klage den Bau des Beethovenparks immer noch und endgültig aufhalten.

So etwas komme bei großen Bauvorhaben nun einmal vor, kommentiert Aurelis. Ein Eilverfahren zum Stopp des Baus hatte das Verwaltungsgericht abgewiesen, wegen laufenden Verhandlungen wollte sich Aurelis nicht genau zu weiteren Klagen des Anwohners äußern.

Odo Krester, Projektpartner vom Immobilienunternehmen Eser & Conform, ist zuversichtlich: „Der Baubeginn erfolgt noch im Herbst 2013“, glaubt er. An der Alpenstraße will sein Unternehmen für 14 Millionen Euro rund 40 Wohneinheiten errichten. Krester denke nicht, dass die juristischen Streitigkeiten weiteren Einfluss hätten. Die Wohnungen sollen im Frühjahr 2015 fertig sein, der Termin sei „realistisch angesetzt“.

Aber ein Anwohner klagt derzeitig gegen den Bebauungsplan. Mit einem Normenkontrollantrag will er die Stadt Augsburg daran hindern, die Arbeiten am Beethovenpark zu genehmigen. Doch das Projekt werde problemlos vonstattengehen. Mark Hoppe, Jurist im Baureferat der Stadt, sagt: „Wir gehen davon aus, dass der Bebauungsplan rechtmäßig ist.“ Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Zwei weitere lokale Firmen beteiligen sich an dem Projekt Beethovenpark: Die UBG Projektentwicklungs- und Bauträger GmbH und tfm Wohnbau. Günter Birling, Geschäftsführer von UBG aus Neusäss, will mit den Arbeiten voraussichtlich im September beginnen. Ob das funktioniert? „Davon gehe ich nach wie vor aus.“ Zwar könnten noch weitere juristische Probleme auftreten, aber laut Birling ist „die Situation, die wir momentan haben, gut“. Zum neuen Beethovenpark soll auch Wohnfläche für Alt und Jung gehören, offenbar sind ein Studentenwohnheim und altersgerechte Wohnungen für Senioren in Planung. Ein Drogeriemarkt, Grünflächen und gehobene Penthäuser runden das breite Spektrum des Projekts ab. Weitere freie Flächen von Aurelis sollen schrittweise bebaut, die alten Ladehöfe abgerissen werden.
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