Ärger um den neuen Bus-Fahrplan in der Firnhaberau: Mogelpackung mit der Scheinlinie 44?

Erwin Gerblinger (2. v.r.) erläuterte die Kritik der Bürgerinnen und Bürger aus der Firnhaberau. Foto Blöchl
Augsburg: Hans-Böcker-/Schillstraße | „Was als Verbesserung angepriesen wurde, entpuppt sich nun als Mogelpackung“, meinte sarkastisch ein Teilnehmer an der Versammlung an der Kreuzung Hans-Böcker-/Schillstraße. Kurz vor dem Fahrplanwechsel der Stadtwerke im Dezember, der für die Firnhaberau und die Hammerschmiede erhebliche Änderungen mit sich bringen wird. So soll etwa eine neue Linie 44 über die MAN in die Stadt und die Linie 22 über die Maxstraße fahren. Zudem sollen die Rundlinie wegfallen. Aber auch Takt-Ausdünnung ärgern die Firnhaberauer.

Nun wurde bekannt, dass ein Umsteigen in die neue Linie 44 an eben jener Kreuzung nicht möglich sein wird. Deshalb hatte kurzfristig der CSU-Bezirkstagsabgeordnete Erwin Gerbliger aus der Firnhaberau zu einem Treffen vor Ort gebeten. Neben Vertretern der Stadtwerke, der Stadt und der Polizei sowie Stadträten aus Lechhausen und der Hammerschmiede waren viele Bewohner des Stadtteils gekommen. Auch die Bürgerinitiative „Lebenswerte Firnhaberau“ war vertreten.

Und der Unmut war zu hören und zu spüren. Als die Vertreter der Stadtwerke darlegten, dass der Bau von Haltestellen technisch sehr schwierig zu realisieren und finanziell aufwändig werden würde, kamen kritische Nachfragen, „ob man das nicht auch schon im Frühjahr gewusst hätte“, als die neuen Planungen vorgestellt worden waren. Der Vertreter des Tiefbauamtes – dieses Amt ist für die Stadt für die Haltestellen zuständig – verwies darauf, dass für die gesamte Stadt im Jahr 2016 nur 100 000 Euro für die Errichtung von Haltestellen zur Verfügung stehen. Auch für 2017 könnten keine Aussichten auf Besserung gemacht werden. Mit einer Realisierung ist damit kurzfristig nicht zu rechnen.

Gerblinger erläuterte: „Man hat uns die Linie 44 und die Umsteigemöglichkeiten dorthin als Verbesserung verkauft, die es nun nicht gibt.“ Durch den Wegfall der Umsteigemöglichkeit werde sicher auch die Fahrgastzahl niedriger als geplant sein. Die daraus abgeleitete Annahme, dass die neue Linie 44 aus der Hammerschmiede über die MAN in die Stadt nur eine Scheinlinie werden soll, die „nach drei Monaten wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit wieder eingestellt werden wird“, wurde aber vehement zurückgewiesen.

Dass nun außer einer Ausdünnung des Takts in die Firnhaberau eigentlich keine Verbesserung, „sondern eher eine Verschlechterung“ erfolgt, ließ manche vermuten, dass es sich beim Versprechen der neuen Haltestellen vielleicht doch nur um eine „Beruhigungspille“ gehandelt habe, um die anderen Änderungen besser verkaufen zu können. Nun sind jedenfalls die Stadträte gefordert, die entsprechenden Anträge zu stellen und mit Geldern im Haushalt auszustatten, damit das Vorhaben nicht ganz in der Versenkung verschwindet.
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