Afghanischer Musiker soll abgeschoben werden

Die Augsburger Grünen und das Forum solidarisches und friedliches Augsburg fordern, Abschiebungen von Augsburg nach Afghanistan auszusetzen. In einem Fall geht es um den Musiker Farhad Sidiqi, der beim interkulturellen Musikprojekt "Heimatklänge" der Hochschule Augsburg in Kooperation mit dem Friedensfest mitmacht und in sieben Tagen in seine Heimar abgeschoben werden soll.

Der bekannte Popmusiker aus Kabul geriet ins Visier der Taliban. Als ein einflussreicher Warlord im vergangenen Jahr eine Morddrohung gegen ihn aussprach, blieb dem 30-Jährigen Farhad nur die Flucht ins Ausland. Das Schicksal führte ihn nach Augsburg. Dort wohnt er im "Grandhotel", ein neues Projekt, das sowohl Plattform für Kunst als auch eine Unterkunft für Migranten ist. Nun wollen die deutschen Behörden Farhad Sidiqi abschieben - obwohl sein Leben in Afghanistan bedroht ist. Ähnlich ergeht es einem weiteren Flüchtling aus Afghanistan.

„Wir begrüßen das Engagement und die Beteiligung der beiden Männer aus Afghanistan im Projekt Grand Hotel und am Musikprojekt der Universität Augsburg", so Matthias Strobel, Vorsitzender der Grünen. Er fordert, dass das Grundrecht auf Asyl in diesem Fall gelten soll, und kündigte an, die Grünen werden sich "auf allen Ebenen gegen die Abschiebung einsetzen".

"Neben dem bewaffneten Konflikt kommt es in Afghanistan oft zu willkürlichen Verhaftungen, Folter, Entführungen und Erpressungen", erläutert Strobel. "Deshalb fordern wir grundsätzlich ein Moratorium für Abschiebungen nach Afghanistan." Der geplante und teilweise bereits begonnene Rückzug der internationalen Truppen könne die Situation in Afghanistan destabilisieren und die Situation noch verschärfen. "Diese Entwicklung muss auch in die Flüchtlingspolitik Eingang finden."
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