Ankommen in Lagerhäusern

In diesem Objekt an der Steinernen Furt soll demnächst eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. (Foto: Hans Blöchl)
In Lechhausen sollen weitere Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet werden. An der Aindlinger Straße entsteht ein Ankunftszentrum, eine Erstaufnahmeeinrichtung ist an der Steinernen Furt geplant.

Der zwar derzeit nachlassende aber immer noch nicht abreißende Zustrom von Flüchtlingen bringt auch in der Stadt weiteren Bedarf an Unterkünften mit sich – sowohl für die Erstaufnahme als auch für eine dauerhafte Unterbringung. Das große Gewerbe- und Industriegebiet in Lechhausen gerät dabei zunehmend ins Blickfeld: sowohl von Immobilieneigentümern als auch von Trägern der Flüchtlingseinrichtungen, der Regierung von Schwaben, die für die Erstaufnahme zuständig ist, und der der Stadt Augsburg, die sich um die längerfristige Unterbringung betreut.

Lobte Oberbürgermeister Kurt Gribl in der Vergangenheit des Öfteren Lechhausen als „Zentrum der Arbeitsplätze in Augsburg“, so wird der Stadtteil zunehmend auch zum „Flüchtlingszentrum der Stadt“. Die von der Stadt angestrebte „gerechte Verteilung“ der hilfesuchenden Menschen im Stadtgebiet stößt anscheinend zunehmend an ihre Grenzen. „In manchen anderen Stadtteilen stehen adäquate Unterkünfte nicht in der Zahl wie in Lechhausen zur Verfügung“, wird argumentiert.

Drei weitere Unterkünfte

Jetzt ist daran gedacht, an der Steinernen Furt und in der Nähe drei weitere Einrichtungen zu eröffnen. Auf Anfrage teilte die Regierung von Schwaben mit, „dass ein Objekt an der Aindlinger Straße 16 in Augsburg angemietet wurde und derzeit umgebaut wird. Die Liegenschaft soll im Rahmen der künftigen Erstaufnahmeeinrichtung als Ankunftszentrum genutzt werden. Eine dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen soll nicht erfolgen. Für Nachtankünfte wird allerdings ein Ruhebereich vorgesehen. Im Erdgeschoss werden das medizinische Screening sowie die Registrierung der ankommenden Asylbewerber erfolgen. In den beiden Obergeschossen werden Büroräume für Verwaltungsmitarbeiter eingerichtet. Die Inbetriebnahme ist im ersten Quartal 2016 vorgesehen.

Für den Standort Steinerne Furt 60, bekannt als Baywa-Gelände, erstellt ein privater Investor derzeit Pläne für eine neue Erstaufnahmeeinrichtung von Asylbewerbern. Ein Bauantrag ist gestellt. Der genaue Gebäudezuschnitt steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest und soll im laufenden Baugenehmigungsverfahren geklärt werden. Als Übergangslösung bis zur Realisierung dieses Vorhabens beabsichtigt die Regierung, auf dem Areal Steinerne Furt 77 eine ehemalige Lagerhalle zur Unterbringung von Flüchtlingen anzumieten. Auch für dieses Vorhaben ist ein Antrag auf Baugenehmigung anhängig.

Hans Blöchl
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.