Annette Kruhl, Kresslesmühle Augsburg

Wann? 08.10.2017 18:00 Uhr

Wo? Kresslesmühle, Barfüßerstraße 4, 86150 Augsburg DE
Annette Kruhl (Foto: (c) Fin Porzner)
 
Annette Kruhl (Foto: (c) Fin Porzner)
Augsburg: Kresslesmühle | Mit Ihrem aktuellen Programm "Männer, die auf Handys starren" kommt Annette Kruhl am So, 08.10. im Rahmen des Augsburger Kabarettherbst nach Augsburg in die Kresslesmühle.
Wir hatten Gelegenheit im Vorfeld mit der Kabarettistin über ihr aktuelles Programm zu sprechen.

Frau Kruhl, Sie sind Kabarettistin, Autorin, Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin und Musikerin. Wie kamen Sie eigentlich zur Bühne?

Ich habe schon mit 5 Jahren verkündet, dass ich mal Schauspielerin werden möchte. Seit ich denken kann, habe ich mich kreativ ausgedrückt, eigene Texte verfasst, am Klavier gesessen und Songs komponiert, Comics gezeichnet u.s.w. Nach einer Schauspielausbildung habe ich erst „klassisch“ Theater gespielt, dann aber im Genre Kabarett/Comedy meine wahre Bestimmung gefunden. Hier kann ich Theater und Musik miteinander verbinden, meine eigenen Themen zur Sprache bringen und Menschen zum Lachen bringen – insbesondere letzteres ist einfach wundervoll.

Ihr aktuelles Programm heißt „Männer, die auf Handys starren“. Warum sind mittlerweile alle so auf ihre Handys fixiert?

Genau: Alle, nicht nur die Männer. Ich denke, das Benutzen des Handys bzw. von diversen Apps verschafft das Gefühl, andauernd in Kontakt und in Verbindung mit der Außenwelt zu sein – permanenten Zugang zu Informationen aller Art zu haben, ununterbrochen in Kommunikation mit anderen sein zu können, auch wenn sie meilenweit weg sind. Das hilft über Einsamkeitsgefühle hinweg und rechtfertigt (oder hinterfragt) teilweise sogar die eigene Existenz: Wer postet das tollere Selfie auf Facebook und Instagram, wer bekommt mehr Likes, wer hat das höchste Ranking auf Dating-Portalen etc. - sprich: wer führt das vermeintlich tollere Leben und ist der vermeintlich begehrtere Mensch? Gleichzeitig wird aber auch die Angst geschürt, man könnte etwas verpassen, wenn man offline ist - was absurd ist, denn Handy-Junkies verpassen ja quasi andauernd das „wahre Leben“.


Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen? Eigene Erfahrung oder Beobachtung?

Kreative Arbeit, insbesondere Satire, schöpft ja immer aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Und dem Handy-Thema kann man sich ja gar nicht entziehen, es ist allgegenwärtig – in all seinen absurden Ausprägungen. Wenn in Bars und Clubs inzwischen neunzig Prozent der Männer in dunkeln Ecken hocken und auf ihre Handys starren, anstatt auf die vielen attraktiven Frauen um sie herum, oder Leute sich mit Selfie-Stangen zum Affen machen, ist das für eine Kabarettistin natürlich ein gefundenes Fressen!


Wo trifft Sie die Handy-Abhängigkeit in Ihrem Leben am unmittelbarsten?

Indem ich regelmäßig meine Mails checke, wenn ich unterwegs bin, mich von meinem Handy-Navi viel zu komplizierte Wege lotsen lasse, obwohl ich eigentlich bessere kenne, und mit Begeisterung Musik „shazame“ (ja, das ist jetzt schon für Leute, die sich auskennen…:-)

Wie kann die Gesellschaft sinnvoll mit dem Thema „Handy im Alltag“ umgehen?

Diese Frage beantworte ich – natürlich auf sehr humorvolle Art – ganz am Schluss meines Programms. Also unbedingt kommen und bis zum Ende bleiben!
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.