Auch Augsburg ist Charlie

Fast 200 Menschen haben am Donnerstagabend auf dem Augsburger Königsplatz der Opfer des Terroranschlags in Paris gedacht. Foto: Michael Möckl

Der Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris hat auch in Augsburg viele Bürger geschockt. Die "association des familles francophones (AFF)", der Verein französischsprachiger Familien in Augsburg, hatte für Donnerstagabend zu einer Kundgebung auf dem Königsplatz eingeladen. 200 Menschen waren dem spontanen Aufruf gefolgt.

Rund 40 Prozent aller Augsburger haben einen Migrationshintergrund. Das Nationengemenge ist bunt, die Religionen sind vielfältig. Muslime, Christen, Juden, Buddhisten, Aleviten - sie alle leben hier zusammen. Friedlich, was besonders beim Augsburger Friedensfest jedes Jahr am 8. August besonders deutlich in die Öffentlichkeit rückt. Den Anschlag in Paris empfinden die Bürger der Friedensstadt darum wie einen Anschlag auf "ihren" Frieden selbst.

"Das Attentat in Paris erschüttert und schockiert uns", erklärte dazu der Vorsitzende des Dachverbands türkischer Vereine Augsburg (DTA), Zafer Keles. "Das Ziel solcher Gewalttaten, egal von wem sie ausgehen und an wen sie sich richten, ist die Zerstörung des gesellschaftlichen Friedens. Umso wichtiger ist es, dass wir geschlossen auf diese schockierende Tat reagieren, damit die Angreifer ihr Ziel nicht erreichen können. Wir verurteilen diesen grausamen Anschlag aufs Schärfste. Wir drücken den Familien der Verstorbenen sowie der französischen Gesellschaft unser Beileid aus." Auch der Vorsitzende des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg Tugay Cogal verurteilt den Anschlag scharf : "Die Meinungsfreiheit und die freie Presse sind Grundpfeiler unserer Demokratie. Gerade Menschen mit Migrationshintergrund wissen um deren Bedeutung. Wir dürfen auf diese Errungenschaften stolz sein und wir müssen sie gemeinsam verteidigen. Nichts kann den Anschlag der Terroristen rechtfertigen, nichts entschuldigt die hinterhältige Mordtat in Paris."

Solidarität mit den beim Anschlag Ermordeten zeigten am Donnerstagabend rund 200 Menschen auf dem Königsplatz. Schweigend gedachten sie der Opfer, der Schrecken über die Bluttat war vielen noch immer im Gesicht abzulesen.

Aufgerufen zu der Solidaritätsbekundung hatte der Verein französischsprachiger Familien in Augsburg AFF. "Jetzt müssen alle, die keinen Hass wollen und Gewalt verabscheuen, zusammenstehen. Egal, was sie sonst trennen mag", forderte Corinne Lemmer, die Vorsitzende des AFF.

Der Landtagsabgeordnete Linus Förster war ebenfalls bei der Kundgebung: "Der schreckliche Anschlag auf die französische Satirezeitung hat uns alle tief erschüttert. Dieser feige Angriff verlangt neben Anteilnahme am Leid der Opfer und ihrer Angehörigen ein klares und unmissverständliches Zeichen, dass für Gewalt und Intoleranz in unserer Gesellschaft kein Platz ist." Die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr fordert in Ergänzung, dass sich die Bürger gemeinsam dem Einschüchterungsversuch mit aller Kraft entgegenstellen müssten.

Als sichtbares Zeichen der Trauer hat OB Kurt Gribl gestern an öffentlichen Gebäuden und Plätzen in Augsburg die Fahnen auf Halbmast setzen lassen, auch die Fahnen der Stadt Augsburg auf dem Rathausplatz.

"Dieses abscheuliche Verbrechen mutmaßlicher islamistischer Terroristen erfordert unsere ganz Solidarität mit den Nachbarn in Frankreich; insbesondere auch mit unserer langjährigen Partnerstadt Bourges und den französischsprechenden Familien in Augsburg, die sich im Verein association des familles francophones zusammengeschlossen haben", macht auch OB Kurt Gribl seiner Wut über den Anschlag Luft.
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