Auf dem Prüfstand

Eine Analyse des Wohnungsmarktes zeigt: Augsburg hat zu wenig Sozialwohnungen

In Augsburg würden rund 1360 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf für Augsburg in 2015 damit auf rund 3960 Wohnungen. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren in Augsburg allerdings lediglich rund 1240 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt.
Hinter der Untersuchung steht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt,die gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) die Wohnungsmarkt-Analyse in Auftrag gegeben hat.

„Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht Augsburg in diesem Jahr 3,2-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden“, warnt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther. Es sei deshalb „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren“, so das Institut.

Zwei „Mangelerscheinungen“ diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Analyse für Augsburg. „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen“, macht Günther deutlich.

Gemeinsam sprechen sich die Vertreter der Baubranche für eine Ankurbelung des Wohnungsneubaus und für eine Offensive bei der Sanierung leerstehender Wohnungen aus. Ebenso für einen Neustart des sozialen Wohnungsbaus.
Erreicht werden könne dies, so das Pestel-Institut, durch zinslose Darlehen und Investitionszulagen für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen. Um private Investoren zu gewinnen, schlagen die Wissenschaftler steuerliche Anreize vor.

Die vom Bund jetzt bereitgestellten 500 Millionen Euro, die die Länder bis 2020 jährlich für den sozialen Wohnungsbau bekommen sollen, sieht das Institut kritisch. „Das wird hinten und vorne nicht reichen“, so Günther. (pm)
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