Aufmarsch der Legionen

Zu den Höhepunkten des Römerfests "Augusta" gehören auch die Gladiatorendarbietungen. Foto: ARTinvent

Einen Ausflug in die Gründungszeit der Stadt Augsburg will das Römerfest "Augusta" bieten. Drei Tage lang, vom 26. bis zum 28. Juni, haben dann im Kongress am Park Legionäre und Gladiatoren das Sagen.

Augusta ist keineswegs das erste Römerfest in Augsburg. Schon im Mai 2012 feierten die Augsburger ihre Römer, allerdings in bescheidenen Ausmaßen auf dem Parkplatz hinter dem Römischen Museum. Trotzdem kamen damals mehrere Hundert Besucher.

Heuer wird es einige Nummern größer. Als Veranstaltungsort hat Organisator Markus Mayer vom Konzertbüro Augsburg die Grünflächen rund um den Kongress am Park ausgewählt. Den Platz benötigt er auch, denn das Angebot ist schlicht riesig.

Das Festgelände wird in verschiedene Erlebnisbereiche aufgeteilt. Es gibt die "Kulinaria", wo sich die Besucher unter anderem römische Grillgenüsse schmecken lassen können, und auf dem "Forum" dürfen sich die Sponsoren des Festes präsentieren

Eigentlicher Kern des Römerfestes ist freilich das "Historische Areal" mit Lagerleben, Show-Arena, Bogen- und Katapultschießanlage, römischer Musikgruppe, Händlern und Handwerkern. 50 bis 60 Akteure hat Mayer bislang gewinnen können, die im historischen Gewand die römische Kaiserzeit auferstehen lassen. "Handwerker oder Händler, die noch mitmachen wollen, sind aber jederzeit willkommen", sagt Mayer.

Als besonders eindrucksvoll kündigt er das Legionärstraining an. Unter dem Kommando eines Centurios bereiten sich die Legionäre auf den "Ernstfall" vor. "Das sind dann 20 Legionäre auf einmal. Das sieht schon nach was aus", verspricht der Veranstalter. In jedem Fall sehenswert dürften auch die Vorführungen der Gladiatoren sein. Die beliebteste, aber allzu oft auch tödliche Unterhaltung der Antike darf natürlich nicht fehlen. "Ich weiß, das ist ein sensibles Thema", hat Mayer aus den Erfahrungen des ersten Römerfestes gelernt. Es gehe eben um den Spagat zwischen der antiken "Unterhaltung" und dem modernen Verständnis oder besser Unverständnis für die Begeisterung an den Kämpfen. In jedem Fall wissenschaftlich fundiert werden die Erklärungen zu den Kämpfern sein. Mayer ist promovierter Althistoriker und kennt sich mit Gladiatoren bestens aus. Zudem kann er sich auch auf die Fachkenntnis der beteiligten Akteure verlassen. Auch hier sind echte Profis am Werk, um die Zeitreise so authentisch wie möglich zu gestalten. "Natürlich wird nicht alles zu 100 Prozent perfekt sein", räumt Mayer ein.

Doch wie viel Mühe und Herzblut er schon in der Planung aufbringt, ist etwa daran abzulesen, dass selbst der Gang zu den Toiletten zum Erlebnis werden soll. Da die Sanitäranlagen des Kongresses benutzt werden, muss der übrige Teil der Kongresshalle abgetrennt werden. Mayer macht das mit einer kleinen "Sonderausstellung" mit Exponaten.

Als Partner mit im Boot hat Mayer die Regio Tourismusgesellschaft, die Stadt Augsburg und die Augsburger Kunstsammlungen und Museen. Deshalb verbindet auch ein "Römerpfad" das Festgelände mit der Sonderausstellung des - derzeit geschlossenen - Römischen Museums in der Toskanischen Säulenhalle. Dies ist Mayer sehr wichtig. "Das Aktionswochenende sollte vor allem das Bewusstsein und die Wahrnehmung für das römische Augsburg und das Römische Museum in den Vordergrund rücken", erklärt der Historiker. "Es soll aber auch ein Fest für die Stadt werden."
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