Augsburg für Junggebliebene: Stadt ist deutschlandweit Vorreiter für "Use-it"-Stadtplan

Stolz auf ihr Werk: Aliena Guggenberger (Projektleiterin, links) und Ramona Pietsch (Redaktion), die maßgeblich an dem jungen Stadtplan gearbeitet haben, freuen sich über die positive Rückmeldung von drittem Bügrermeister Stefan Kiefer. Foto: Kristin Deibl

Der Augsburger "Hofgarten", eine Grünanlage in der Altstadt, ist für Aliena Guggenberger "eine Wohlfühloase in der Stadt, die man nicht so leicht findet". Deswegen durfte er auf dem neuen, kostenlosen Stadtplan für junge Reisende, an dessen Entwicklung die Studentin maßgeblich beteiligt war, nicht fehlen. Gemeinsam mit ihren Kollegen Ramona Pietsch (Redaktionsleitung) und Felix Kriss (Grafik), dem Stadtjugendring sowie den Sponsoren hat Guggenberger den Plan am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen des Projekts "Use-It-Europe" gibt es die Stadtpläne für Jugendliche bereits in mehr als 40 europäischen Städten. In Deutschland ist Augsburg allerdings zusammen mit Dresden Vorreiter für die Karten.

Neben Wohlfühlorten wie dem Hofgarten bietet der Stadtplan 63 weitere Plätze in Augsburg, die aus Sicht von Projektleiterin Guggenberger und ihren insgesamt sieben Mitentwicklern Augsburg ausmachen und für junge Leute spannend sind. "Wir haben Ideen gesammelt und demokratisch abgestimmt", erzählt Redaktionsleiterin Ramona Pietsch. "Wenn wir alle dafür waren, wurde eine Idee aufgenommen." Rund zehn Monate hat das Team an dem Plan gearbeitet, bis er fertig war.

Von veganen Restaurants über den besten Burger der Stadt, den Goldenen Saal im Rathaus, die Puppenkiste bis hin zu den angesagtesten Bars informiert der englischsprachige Stadtplan. Darüber hinaus enthält er kleine Anekdoten und Hinweise zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Kultur, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und lokalem Essen und Trinken. Und natürlich auch Tipps, wie man sich als Augsburger verhalten muss, um nicht gleich als Tourist entlarvt zu werden.

Einheimisch fühlen in neuen Städten

Das war es auch, was Guggenberger ursprünglich an den Use-It-Plänen so begeistert hat: "Ich war in Belgien unterwegs und dort gab es für jede Stadt, in der ich war, so eine Karte. Damit hab ich mich gleich wie eine Einheimische gefühlt und meinen Reiseführer weggeworfen", erzählt die Studentin. Wieder zu Hause habe sie sich gedacht, dass doch auch Augsburg viel zu bieten habe. Guggenberger wandte sich an den Stadtjugendring, der sich bereit erklärte, den Stadtplan herauszugeben. Schwierig gestaltete sich dann lediglich noch die Suche nach Sponsoren, wie Andreas Keilholz, Pressesprecher des Stadtjugendrings, berichtet, denn eine Auflage von Use-it sei, dass die Pläne werbefrei bleiben müssen. Schließlich erklärten sich aber die Stadt Augsburg, Augsburg Marketing, die Regio Augsburg Tourismus und die Stadtsparkasse bereit, das Projekt zu unterstützen.

Augsburg nach Dresden zweite deutsche Stadt

Insgesamt gebe es Use-it-Stadtpläne bereits in mehr als 40 europäischen Städten, erzählt Keilholz. In Deutschland sei aber bislang nur Dresden darunter gewesen. Umso mehr freut sich Guggenberger nun auch weitergeben zu können, "was wir an Augsburg so lieben". Die Tipps sollen nicht nur für junge Reisende interessant sein, sondern auch für diejenigen, die zum Studieren nach Augsburg ziehen, und auch für Einheimische, die die Stadt mal neu entdecken wollen - kurz gesagt: für alle Junggebliebenen.

Der Plan ist nun zunächst für ein Jahr in der Form erhältlich. Wie es dann weiter geht, steht noch nicht fest. "Hoffentlich in die Verlängerung", wünschen sich die jungen Entwickler der Map. Dann vielleicht mit weiteren Geheimtipps, die es in Augsburg zu entdecken gibt.
Der Plan wurde zunächst in einer Auflage von 25 000 Stück gedruckt und ist beim Stadtjugendring, der Touristinfo am Rathausplatz, der Stadtsparkasse, der Hochschule, dem Übernacht Hostel und dem Grandhotel Cosmopolis erhältlich. Weitere Ausgabestellen sind noch in Planung. Wer sich den Stadtplan per Post schicken lassen will, kann sich außerdem an tourismus@regio-augsburg.de wenden.
(Von Kristin Deibl)
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