Augsburg strahlt zur Mittsommernacht

Zum "Jahr des Lichts und der lichtaffinen Techniken" hat die UNESCO 2015 erklärt. Passend zum hellsten Tag des Jahres, dem 20. Juni, schließt sich Augsburg für die Lange Kunstnacht diesem Motto an. In der Langen Nacht des Lichts werden mehr als 150 musikalische und künstlerische Aktionen und Darbietungen die Innenstadt erhellen.

Seit 15 Jahren gebe es die Lange Kunstnacht nun schon, erzählt Kulturamts- und Projektleiterin Elke Seidel. In den ersten Jahren habe man sich noch um Mitwirkende bemühen müssen. Mittlerweile sprudelten schon ab Januar die Ideen. Zur Langen Nacht des Lichts sind es fast 300 Leute, die auf den Augsburger Bühnen unterwegs sein werden.

Das diesjährige Motto sei an das Jahr des Lichts der UNESCO angelehnt. Es passe besonders gut, da die Kunstnacht mit der Mittsommernacht zusammenfalle. "Es passt aber auch gut zu unserer Stadt, denn Augsburg war Vorreiter für die nachhaltige Nutzung öffentlicher Beleuchtung", erklärt Seidel.

"Die Spielorte befinden sich hauptsächlich in der Innenstadt, in fußläufiger Entfernung voneinander", so Seidel weiter. Zum Staatlichen Textil- und Industriemuseum sowie zum Glaspalast wird ein Shuttlebus fahren. Außerdem gibt es zwischen Dom und Ulrichsplatz einen Rikscha-Service.

Das Programm kann sich mit über 150 Angeboten sehen lassen. Den Auftakt zur Lichtnacht machen die Augsburger Philharmoniker und der Opernchor des Theaters im Goldenen Saal mit "oszillierendem Lichterglanz am musikalischen Firmament". Klänge von Mozart bis Rossini sollen den Besucher auf den weiteren Abend einstimmen.

Wie Seidel berichtet, rankten sich durch das Programm Gegensatzpaare wie Sonne und Mond, Nord und Süd sowie hell und dunkel. Nicht nur Licht selbst also wird zum Thema sondern auch seine Abwesenheit. So bietet zum Beispiel das Theater die Führung "Im Keller brennt noch Licht". Erwachsene mit starken Nerven und festem Schuhwerk sind eingeladen zu einem fünfzehnminütigen Kurztrip in die dunkle, verborgene Unterwelt des Theaters.

Düster wird es auch in der "Nächtlichen Gruselstunde mit Edgar Allan Poe" im Hoffmannkeller, bei der das Schauspiel "Das verräterische Herz" aufgeführt wird.

In völliger Dunkelheit entspannen lässt es sich dagegen im Space 2b. Bei "Hangonauten - Dunkelkonzert im Liegen" darf der Zuhörer auf einem musikalischen Fluss durch das Sonnensystem reisen.

Als weiterer Gegensatz zum Licht steht bei einigen Programmpunkten der Schatten im Mittelpunkt. Bei "animare - Schattenklänge und Klangschatten" werden im Schaetzlerpalais Pflanzen, Steine und selbstgebaute Instrumente zu Spielelementen eines Schattentheaters.

Im Mephisto Kino reist man zurück in die Vorzeit des Kinos. "Laterna Magica: Das Spiel der farbigen Schatten" zeigt bewegte Bilder, vorgeführt mit der Zauberlaterne.

Zahlreiche Konzert- und Gesangsveranstaltungen runden das Programm ab. Von der Gesangsklasse des Leopold-Mozart-Zentrums über skandinavische Klänge wie von Edvard Grieg bis hin zu Tangorhythmen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Wenn sich schließlich das Licht neigt, gibt es einige besondere Highlights zu sehen. Die Straßentheatergruppe TukkersConnexion zeigt den historischen Beruf des Laternenanzünders, die überlebensgroße Lichtfigur DUNDU wandelt durch die Stadt und die Compagnie Salamandre lässt den Rathausplatz im Feuerschein erstrahlen. Im Mephisto Kino gibt es zu späterer Stunde Boris Karloffs Klassiker "Die Mumie" zu sehen.

Die Veranstaltungen enden überwiegend um 24 Uhr. Bis spät in die Nacht laden jedoch die Golden Glimmer Bar zum Chill-Out, die Soho Stage zu Elektropop mit Lichtspektakel und das Thalia Kaffeehaus zu Jazz mit dem Tim Allhoff Trio feat. Johannes Enders.

Konzerte, Lesungen, Ballett, Führungen, Klangwerke, Feuerbilder und Lichtinstallationen - die Auswahl an Darbietungen und Aktionen ist groß. "Wer eine Aktion verpasst oder keinen Platz mehr bekommt, soll sich nicht ärgern", beruhigt Seidel. "Fast alle Veranstaltungen finden über den Abend verteilt mehrmals statt."

Damit sich jeder seinen individuellen Abend zusammen stellen kann, gibt es unter www.langekunstnacht.de den Nachtplaner. Für einen besseren Überblick kann man hier das Programm auch nach Genres ordnen.

Projektleiterin Seidel ist sehr zufrieden mit dem Programm und mit dem großen Anklang, den die Lange Nacht des Lichts schon jetzt bei den Mitwirkenden findet. Auch Kulturreferent Thomas Weitzel freut sich schon auf eine "lauschige und inspirierende Mittsommernacht".

Für alle Veranstaltungen gilt ein Ticket. Weitere Informationen zu Programm, Preisen und Vorverkaufsstellen ebenfalls unter www.langekunstnacht.de.
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