Augsburg treibt die Marke "Mozart" voran

Die Stadt will die Marke "Mozart" in Augsburg unter dem Dach eines Mozartbüros klarer strukturieren und koordinieren. Das Bewerbungsverfahren ist jetzt angelaufen. Foto: Christoph Maschke

Die Stadt Augsburg will sich künftig noch stärker zu Leopold Mozart bekennen. Dafür soll er als Marke für Augsburg besser etabliert und organisiert werden. Zu diesem Zweck wird nun in Zusammenarbeit mit dem Leopold Mozart-Kuratorium ein Mozartbüro geschaffen. Wer dieses Büro leiten soll ist offen, die Suche hat gerade begonnen.

Für viele Außenstehende hat sich in Augsburg in den vergangenen Jahren ein undurchsichtiges Netz an Akteuren und Veranstaltungen zum Thema Mozart entwickelt. Unter dem Dach eines Mozartbüros sollen diese verschiedenen Stränge nun gebündelt und koordieniert werden, so die Wunschvorstellung von Kulturreferent Thomas Weitzel. Gleichzeitig soll die Vielfalt der Veranstaltungen rund um Mozart erhalten bleiben. Für diese Koordinationsstelle sucht die Stadt nun einen Leiter.

Vorausgegangen war diesem Schritt eine Studie, die die vorhandenen Strukturen erfasst und mögliche Verfahren für die Zukunft erarbeitet hat. Diese Untersuchung legte nahe, entweder eines der vorhandenen Festivals zu stärken oder ein ganzjähriges Konzept rund um das Thema Mozart in Augsburg zu erstellen. Die Stadt hat sich dazu entschlossen, ein Büro einzurichten, das Organisation, Marketing, Programm sowie PR-Aktionen übernimmt und bündelt.

Ziel des neu zu gestaltenden Mozartbüros ist es, einen koordinierten Gesamtauftritt Augsburgs zu erstellen. Oberbürgermeister Kurt Gribl hofft, dass durch diese neue Möglichkeit eines der "gewichtigsten Themen" in Augsburg neben Bert Brecht und Frieden eine größere Außenwirkung entwickelt.

Um die Vernetzung der verschiedenen Akteure voranzutreiben, haben die Stadt Augsburg und das Leopold Mozart-Kuratorium am Mittwoch eine Unterstützungsvereinbarung unterzeichnet. Denn von Seite des Kuratoriums wird dem neuen Mozartbüro ebenso zugearbeitet, wie vom Kulturamt der Stadt aus. Kulturreferent Weitzel erhofft sich dadurch, dass das Mozartfest eine ähnliche Gewichtung bekommt wie das Brechtfestival.

Er betonte gleichzeitig, dass durch die zentrale Anlaufstelle in Sachen Mozart keine Generalintendanz oder Gleichmacherei stattfinden soll. "Die Unabhängigkeit der Veranstaltungen bleibt erhalten", erklärte er. Es solle ein Mehrwert für alle Akteure entstehen, von dem auch beispielsweise Konzertveranstalter profitieren und die Hochschule bleibt ebenso involviert, wie alle lokalen Akteure. Als Stichpunkte wären hier zum Beispiel ein ganzjähriger Spielplan oder ein zentraler Kartenverkauf denkbar.

Die Bündelung dieser ganzen Handelnden rund um Mozart wird die Hauptaufgabe des Leiters im Mozartbüro sein. Die neue Stelle umfasst in erster Linie die Bereich Marketing und Musikwissenschaft. Wobei Weitzel erklärte, dass der Bereich der Forschung ausgeklammert sei. Vorerst soll das Mozartbüro im Kulturamt verortet sein. Später soll eine neue Liegenschaft gesucht werden, die die Mitarbeiter aus dem Kulturamt, dem Mozarthaus, dem Mozartbüro und dem Leopold Mozart-Kuratorium auch räumlich bündelt.

Die Beteiligten werden sich auch finanziell in das Büro einbringen. Gribl betonte, dass es sich beim Mozartbüro nicht um eine Bedienungsinstitution handeln werde. Deshalb ist er sich sicher, dass auch künftig die Finanzierung für das Mozartfest stehen wird. "Wenn wir das Mozartfestival so institutionalisieren und strukturieren, werden wir das Festival auch weiterhin finanziert bekommen", erklärte Gribl mit Blick auf den Etat für das vergangene Mozartfest, der etwa 300 000 Euro betrug. Wie hoch der Etat für das neue Büro sein wird, blieb offen. Doch Weitzel verwies darauf, dass auch bislang Printprodukte wie Plakate und Flyer herausgegeben wurden und das auch künftig der Fall sein werde.

Für den gesuchten Leiter des Mozartbüros gibt es also viel zu tun. Doch der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sei: "Für Augsburg ist das eine große Chance, weil operativ zusammengefasst und gleichzeitig inhaltlich harmonisiert wird", verglich er den Prozess mit einem Orchester.

Das Bewerbungsverfahren für die Leitung des Mozartbüros ist nun gestartet. Am Ende des Monats sollen bereits die ersten Vorstellungsgespräche für den Posten stattfinden. Laut Kulturreferent Weitzel soll der Arbeitsbeginn schnellstmöglich sein, da das Mozartfest im Mai und der Violinwettbewerb Leopold Mozart 2016 schon vor der Tür stehen. Man wolle sich jedoch auch nach der Verfügbarkeit der Bewerber richten.
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