Augsburgerin sorgt für 200 Straßenkinder

Hilfe für Schulkinder in Kenia Für Schulkinder in Kenia engagiert sich Angela Lang. Foto: privat

Vor zwölf Jahren ist die Augsburger Kinderpsychologin Angela Lang ausgewandert. Seitdem wohnt sie in Kenia südlich von Mombasa. Dort kümmert sie sich um Straßenkinder und um Straßenhunde. Als sie zum ersten Mal dort war und Kinder und Tiere leiden gesehen hatte, so erzählt sie, konnte sie nicht anders: Sie musste helfen.

Zu Beginn finanzierte sie ihre Hilfe noch aus der eigenen Tasche. "Doch irgendwann ist das Geld auch mal alle und man muss sich etwas Neues einfallen lassen", sagt Lang. Durch Zufall kam sie in Kontakt mit Ellen Müllner, die sich um bedürftige Tiere kümmert. "Wir trafen uns in München und haben uns sofort gut verstanden", erzählt Lang. "Gemeinsam kamen wir dann auf die Idee, einen Verein zu gründen, um die Situation in Kenia zu verbessern." Im Dezember 2011 riefen die beiden den Verein "kids&dogs - Kenia" ins Leben.

"Im Moment kümmere ich mich um circa 200 Straßenkinder deren Eltern an Krankheiten wie AIDS oder Malaria verstorben sind", schildert Lang, die seit einem Jahr zudem glücklich mit einem Kenianer verheiratet ist, mit dem sie vorher bereits sieben Jahre liiert war. Ihren Verein möchte sie transparent führen und beschreibt daher alle Schritte ihrer Aktivitäten offen auf ihrer Homepage. So könnten die Leute sehen, dass ihr Geld eins zu eins bei den bedürftigen Kindern und den Tieren ankomme.

Die Kinder, denen Angela Lang hilft, gehen gerne in die Schule. "Sie wollen lernen. Auch ältere Menschen gehen in die von uns gebauten Schulen. Analphabetismus ist in Kenia leider sehr weit verbreitet", sagt die 60-Jährige. Sie selbst freut sich, dass die Kinder sie jung halten. Im Moment baut sie eine weitere Schule, benötigt dafür aber noch Materialien für die Klassenzimmer, von der Schulbank bis hin zum Essen und Schulheften.

Auch Hunden hilft die gebürtige Augsburgerin, denn diese gebe es auf den Straßen Kenias zu Hauf, erzählt sie. Die Tiere seien meist unterernährt und hätten Krankheiten wie beispielsweise Tollwut. "Im Moment haben wir schon 583 Hunde und 37 Katzen kastriert, damit diese sich nicht unkontrolliert vermehren können", legt sie dar. "Ich selbst habe viele Hunde und nehme auch immer wieder neue Tiere auf. Wenn ich einen kleinen Hund auf der Straße leiden sehe, kann ich einfach nicht wegschauen und nehme ihn mit zu mir nach Hause", schildert sie.

Spenden bekommt Angela Lang von hilfsbereiten Unterstützern aus Augsburg. So spendet etwa das Tierheim Futter für die Hunde und Katzen.

Die Augsburger Agnes-Bernauer-Schule ist Langs neuster Partner. Der Direktor der Schule hat einen Spendenaufruf gestartet. Auch eine Patenschaft ist in Planung. "Das ist uns wirklich eine große Hilfe", erzählt Lang.

Immer noch werden Materialien für den Bau der neuen Schule und die Gestaltung der Klassenzimmer benötigt. "Dringend brauchen wir Geld, damit die Kinder eine Schuluniform bekommen. Diese kostet ungefähr 20 Euro." In Kenia dürften nur Kinder mit Uniform eine Schule besuchen, erzählt Lang. Dies sei von der Regierung festgelegt. "Außerdem benötigen wir unbedingt Geld, damit die Kinder genug zu Essen bekommen."
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