Augsburgs Puppen tanzen gegen Schwarzarbeit

Rapunzel steht vor der Kamera und spielt eine nicht angemeldete Putzkraft. Die böse Hexe sperrte sie in den Turm, da sie befürchtet, dass die Schwarzarbeit auffällt. Foto: Christoph Maschke
 
Der Polizist, das Krokodil und sogar die böse Hexe kämpfen gegen Schwarzarbeit in Deutschland. Foto: Maschke

Frau Holle und Rapunzel stellen sich der Schwarzarbeit entgegen. In den neuen Werbefilmen der Minijob-Zentrale erzählen sie, wie es ihnen mit unangemeldeter Arbeit ergangen ist. Sie treten dabei in die Fußstapfen von Dornröschen, Schneewittchen und Rotkäppchen.

Die Minijob-Zentrale und die Augsburger Puppenkiste setzen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Schwarzarbeit in diesem Jahr fort. Nach Dornröschen, Schneewittchen und Rotkäppchen erklären Rapunzel und Frau Holle in zwei jeweils 30 Sekunden langen Werbeclips, wie märchenhaft einfach es ist, eine Arbeit anzumelden. Sie nennen auch die Vorteile, die damit verbunden sind wie zum Beispiel Unfallversicherungsschutz für Minijobber sowie Steuerersparnis für die Arbeitgeber.

Die Augsburger Puppenkiste unterstützt diese Filme weiter, da sich zum Einen für das Theater die Möglichkeit ergebe, Eigenwerbung zu betreiben sowie zu zeigen, dass Puppen im Fernsehen immer noch funktionieren, so Klaus Marschall, Leiter der Augsburger Puppenkiste. Zum Anderen habe das Theater für die Filme von 2014 den Politikaward, und die silberne PR-Klappe als Auszeichnung bekommen.

"Im vergangenen Jahr sind Rapunzel und Frau Holle nicht vorgekommen, aber sie geben ein bildlich witziges Thema ab", antwortete Marschall auf die Frage, warum er gerade diese beiden Figuren ausgewählt hat.

Gestern begannen die Dreharbeiten der zwei Kurzfilme. Im April sollen sie im Fernsehen ausgestrahlt werden. Dann sehen die Zuschauer Rapunzel, die den Turm der bösen Zauberin reinigen soll. Die Arbeit ist allerdings nicht angemeldet. Damit dies keiner erfährt, hat die Hexe das Mädchen im Turm eingesperrt. Rapunzel weigert sich nun, den Turm zu putzen, bis die Arbeit rechtmäßig angemeldet ist. Die Zauberin glaubt jedoch, dass sie Rapunzel jetzt nicht mehr anmelden könne, weil die Schwarzarbeit sonst auffliegen würde. Dies hört die Polizei und nimmt sie fest.

Im zweiten Werbespot ist Frau Holle die Hauptdarstellerin. Sie muss alleine alle Kissen ausschütteln. Ihre beiden Helfer sind aus dem Fenster gefallen und haben sich verletzt. Erst jetzt findet Frau Holle heraus, dass sie keine Unfallversicherung für ihre Helfer hatte.

Für die Dreharbeiten hat das Filmteam im Siemens-Technopark eine große gemalte Landschaft als Kulisse aufgestellt. Im Zentrum der Konstruktion steht der Turm der bösen Zauberin. Er ist umgeben von einem See, in dem ein Krokodil schwimmt. Das Gewässer ist von einer Berglandschaft umgeben. Sogar ein kleiner ICE fährt an der gemalten Bergkette entlang.

Alleine diese kurze Einleitung zu filmen, dauerte fast eine halbe Stunde. Denn es gab Probleme mit der Wasseranimation. Nachdem der Zug vorbeigefahren war, sollte leichter Dunst über den Wasser hängen. Je stärker der Dampf allerdings eingestellt war, desto mehr entstand der Eindruck, das Wasser würde kochen. Auch Blitze von Kameras behinderten die Dreharbeiten.

"Die Planung von Filmen mit Puppen ist sehr anspruchsvoll", erklärte Regisseur Fred Steinbach auf die Frage, wo die größten Schwierigkeiten beim Dreh liegen. "Dass die Puppen nicht sprechen können, ist ein Vorteil, weil man nach dem Dreh den Text auf die Bewegungen anpassen kann", erklärte er weiter.

Die Dreharbeiten starteten gestern mit dem Rapunzel-Film. Heute arbeiten die Filmemacher mit Frau Holle. Alle Teile werden bis März zusammengefügt und synchronisiert. Zuvor sucht jedoch Steinbach noch die jeweiligen Sprecher der Charaktere, damit die Filme im April ausgestrahlt werden können.

Die aktuellen Kurzfilme sowie ein Making-of zu den Werbespots gibt es im Internet unter www.minijob-zentrale.de.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.