Augsburgs Römer müssen länger umziehen

Das Grabmal, das 2014 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, kann bislang nicht ausgestellt werden. Geht es nach Kulturreferent Weitzel, soll sich das nun ändern. Foto: Archiv

Nicht nur die Sanierung des Augsburger Stadttheaters wird teuer, auch beim Römischen Museum steigen die Kosten an. Statt der bislang veranschlagten 250 000 Euro soll die Neukonzeption nun rund 330 000 Euro kosten.

Der Grund dafür liegt darin, dass die Ausstellung für mindestens fünf Jahre in der Toskanischen Säulenhalle gastieren soll. Zuvor waren die Planer von bis zu zwei Jahren ausgegangen. Diese Verlängerung stellt höhere technische Ansprüche an den Ausstellungsort. Weil durch die Verlängerung auch Exponate ausgetauscht werden müssen, werden mehr Vitrinen benötigt und die Museumspädagogik braucht deshalb Lagerräume. Außerdem soll ein vollwertiger Shop für das Museum eingerichtet werden.

Für den Kulturreferent der Stadt Thomas Weitzel ist zudem wichtig, dass auch neuere archäologische Funde gezeigt werden können. Gedacht hatte er hierbei beispielsweise an das Kindergrab, das 2014 freigelegt wurde. Der Fund des 1700 Jahre alten Grabmals hatte bundesweites Aufsehen erregt. Denn das 2,5 Meter hohe Monument ist eines der wenigen, die noch vollständig erhalten sind. Bislang war es der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es ist eingelagert, weil es für die Zwischenausstellung zu schwer ist. Demnach müsste auch in der Toskanischen Säulenhalle die Statik verstärkt werden, um den Fund zu präsentieren. Die Dominikanerkirche, wo das Römische Museum bislang untergebracht war, wird derzeit statisch und archäologisch untersucht. Hier sollen nach der Sanierung auch wieder Ausstellungen zu sehen sein, wenn auch nur Sonderpräsentationen. Die Dauerausstellung des Römischen Museums soll in einem eigenen Neubau neben der Kirche ihren Platz finden.

Die Finanzierung der Mehrkosten sei laut Stadtverwaltung nicht das primäre Problem. Dafür könnten Mittel, die das Stadtarchiv nicht benötigt hat, umgewidmet werden.
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