Ausgezeichneter Brückenbauer: Martin Junge hat den Augsburger Friedenspreis bekommen

Preisträger 2017: Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (links) bekam von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl den Friedenspreis verliehen. Fotos: Kristin Deibl

Martin Junge hat am Samstag im Augsburger Rathaus den "Preis Augsburger Friedensfest" bekommen. Als Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) setzt er sich seit vielen Jahren dafür ein, Differenzen zwischen Religionen und Konfessionen zu überwinden und besonders zwischen Katholiken und Lutheranern neue Brücken zu bauen.

Der Friedenspreis, den die Stadt Augsburg bereits seit 1985 im dreijährigen Turnus verleiht, solle das Augsburger Bekenntnis von 1530 immer wieder erneuern, sagte Oberbürgermeister Kurt Gribl, der den Preis am Samstag im Goldenen Saal an Junge übergab. "Der Preis soll die Möglichkeit bieten, Persönlichkeiten feierlich und öffentlich zu ehren, die sich um den Frieden in der Welt verdient gemacht haben." Mit Martin Junge habe die Jury im Reformationsjahr einen "hochkarätigen Brückenbauer als Preisträger auserkoren".

Junge selbst sieht die Auszeichnung als "starke Ermutigung, weiter in der Verständigung zwischen den Religionen tätig zu sein". Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hätten der Lutherische Weltbund und die Caritas Internationalis der katholischen Kirche eine Verpflichtung unterzeichnet, "um fortan gemeinsam den Menschen beizustehen, die uns dringend brauchen". Einen wichtigen Ansatzpunkt sieht der 56-Jährige dabei in der Arbeit mit Flüchtlingen, für die sich der LWB bereits seit seiner Gründung im Jahr 1947 einsetze. Heute betreue der Bund an die 2,5 Millionen Asylsuchende, etwa in Kenia, Äthiopien, Uganda, dem Nordirak und Myanmar.

Mit Laudator César García, Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz, war im Goldenen Saal am Samstag noch eine weitere Konfession vertreten. "Unsere Zusammenkunft grenzt an ein Wunder", sagte García in seiner Rede. "Vor Jahrhunderten wäre es unvorstellbar gewesen, dass eine anabaptistisch-mennonitische Führungsperson zu Ehren einer lutherischen Führungsperson in dieser Stadt spricht." Es sei ein "Wunder der Versöhnung, bei dem Martin Junge eine tragende Rolle gespielt hat".

Neben dem mit 12 500 Euro dotierten Friedenspreis überreichte Gribl dem Generalsekretär auch die Skulptur "Paxibile", die ein Augsburger Goldschmiedeatelier zu diesem Zweck gefertigt hatte. "Sie wissen, wie dringend Frieden benötigt wird. Und Sie leben vor, was man erreichen kann, wenn man daran glaubt, dass Frieden möglich ist: pax possibile", sagte Gribl. Der Preisträger hat dem Bürgermeister bereits zugesichert, weiter in Kontakt zu bleiben, um über "Impulse für die Stadt Augsburg" zu diskutieren und zu sehen, wo Kooperationen möglich seien. Er wolle sich dafür jedoch zunächst ein genaueres Bild von der Stadt machen und ein Gespür dafür bekommen, "für die Dinge, die hier anstehen. Der Preis verpflichtet mich, die Gespräche fortzuführen", schloss Junge. (
Von Kristin Deibl)
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