Auszeichnung für StadtZeitung

Hilmar Scherer bekam für die StadtZeitung die Auszeichnung von Arif Diri überreicht. (Foto: privat)
Deutsch-türkischer Freundschaftsverein Bobingen würdigt die Arbeit der Medien, die den Verein zuverlässig seit fünf Jahren unterstützen. Unter den Geehrten ist auch die StadtZeitung.

Über eine internationale Auszeichnung freut sich die StadtZeitung: Arif Diri, Vorsitzender des deutsch-türkischen Freundschaftsvereins in Bobingen, dankte anlässlich des fünfjährigen Bestehens den Journalisten mehrerer deutscher Zeitungen und auch türkischen Medien mit einer Urkunde für ihre stets faire Berichterstattung. Diese sei für ein friedvolles Zusammenleben sehr wichtig, stellte Bürgermeister Bernd Müller fest und lobte die „gelebte Integration“ im Verein.
Der Verein umfasst 250 Mitglieder, über deren Aktionen die StadtZeitung regelmäßig berichtet. Auch die Vertreter türkischer Medien wurden bei diesem Festabend geehrt, an dem in Bobingen zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens teilnahmen.

Miteinander


Ihnen schilderte Arif Diri seine Idee von einer erfolgreichen Integrationspolitik unter dem Motto „Miteinander statt gegeneinander“. Ob Dirndl oder Kopftuch, Christ oder Moslem, Deutscher oder Türke – solchen Unterscheidungen misst der Vorsitzende keine große Bedeutung bei, der von Landrat Martin Sailer zum Botschafter des Landkreises Augsburg ernannt worden ist.

Geboren in Istanbul, wuchs er bei seinen Großeltern in einem türkischen Dorf auf, während seine Eltern in den 1960er Jahren als Gastarbeiter bei Hoechst tätig waren. „Als ich dann nach Bobingen in die Grundschule kam, verstand ich zunächst kein einziges Wort und musste die erste Klasse wiederholen“, so Diri.

Schon in der Schule lernte er seine spätere Frau Kadriye kennen, mit der er drei hübsche Töchter hat. Daheim ist für die türkischstämmige Familie mit deutschen Pässen in Bobingen-Nord, wo zahlreiche Migranten mit den Einheimischen in guter Nachbarschaft leben. Auch dank der jahrelangen Arbeit des Vereins, der den mit 1250 Euro dotierten Schwäbischen Integrationspreis bekommen hat, gilt Bobingen in Bayern heute als Musterbeispiel für Freundschaft und Toleranz.

Doch die heute so selbstverständlich scheinende Integration war keineswegs leicht und musste mühsam erkämpft werden. „Für meine Eltern und mich gab es damals keine Sprachlehrer, Sozialberater oder sonstige Anlaufstellen“, erinnert sich Diri. Er und seine Landsleute der zweiten Generation in Deutschland sind Wanderer zwischen zwei Kulturen und Welten: Ihre eigenen Bräuche, Sprache und Tradition wollten sie bewahren, mussten sich andererseits aber den Gegebenheiten in ihrer neuen Heimat anpassen.

von Alex Mertens
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.