Autobahnausbau: Wie geht es weiter?

Die Bau-Arge veranstaltet einen Tag der offenen Tür zum Thema Autobahn-Ausbau. Viele Bürger haben Fragen, etwa ob der Termin vom 30. Juni doch noch eingehalten wird.


Eine eigene kleine Welt ist das Container-Dorf der Bau-Arge in Wollbach. Vor kurzem jedoch öffneten sich Tore für interessierte Bürger. Am Tag der offenen Tür stellte sich die Bau-Arge den Fragen der Bürger aus Zusmarshausen und Umgebung, die den Autobahn-Ausbau jeden Tag hautnah miterleben. Den ganzen Nachmittag lang informierten sich etwa 50 Besucher über das Bauprojekt. Rede und Antwort stand ihnen Stefan Schmid von der Pansuevia Service. Eine kleine Ausstellung in den Räumen des Containerdorfes bot geeignetes Anschauungsmaterial.

Wer steckt hinter der Pansuevia? Die Pansuevia ist der private Konzessionsnehmer des Autobahn-Ausbaus, also quasi der Bauherr. Sie besteht aus zwei Teilen: Einerseits aus er Pansuevia GmbH & Co. KG, die in Form der Bau-Arge für den Baubetrieb zuständig ist, und andererseits aus der Pansuevia Service GmbH & Co. KG. Während die Bau-Arge nach der Fertigstellung des Ausbaus aufgelöst wird, ist Pansuevia Service die nächsten dreißig Jahre lang für den Autobahnbetriebsdienst inklusive der Erhaltung zuständig. Beide Unternehmensbestandteile bestehen zur Hälfte aus Gesellschaftern: Hochtief PPP Solutions und Strabag Infrastrukturprojekt sind Kommanditisten der Pansuevia.

Wer arbeitet für die Pansuevia? Momentan sind rund 580 Arbeit mit dem Autobahnausbau beschäftigt, dazu kommen noch 15 Straßenwärter, die für den Betrieb und die Unterhaltung des Abschnitts zuständig sind. Nach der Fertigstellung der Ausbauarbeiten wird die Zahl der Straßenwärter auf 18 aufgestockt.

Wird der Termin vom 30. Juni eingehalten? Ursprünglich war geplant, dass bis zum 30. Juni die 50 Kilometer Strecke zwischen Augsburg Ost und Burgau bereits in Betrieb genommen wird. Viele Bürger wollten nun wissen, ob das Bauunternehmen diesen Termin nun tatsächlich einhalten kann. „Ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein: Wir werden es wohl erst zwei bis vier Wochen später schaffen“, erklärte Schmid. Der harte Winter hatte die Bauarbeiten verzögert, so konnten beispielsweise zwei Brücken im Bereich der Anschlussstelle Augsburg Nord nicht fertig gestellt werden. „Bis zum Ferienbeginn muss die Strecke unbedingt fertig sein, damit der Verkehr fließen kann“, so Schmid. In den nächsten vier Wochen wird beispielsweise der Lärmschutz installiert. Hier werden vorgefertigte Teile entlang der Strecke montiert.

Der finale Termin ist nach wie vor der 30. September 2015. Bis dahin müssen alle Baumaßnahmen, die den Verkehr betreffen, fertig gestellt sein. Für alles, was nichts mit dem Verkehr zu tun hat, hat die Pansuevia ein Jahr länger Zeit.

Wieso fahren die Lkws durch das Zentrum? Größter Kritikpunkt war die Belastung der Bewohner des Ortsteils Wollbach durch den Lkw-Verkehr. Beim Rückweg vom Bauabschnitt zwischen Günzburg und Zusmarshausen haben diese keine andere Möglichkeit, als den Ortsteil zu durchqueren. „Eigentlich dürfen sie das gar nicht“, erklärte Schmied. Einige Anwohner fragten, warum man denn nicht einen extra Zugang zum Bauabschnitt gebaut hätte. Ein naheliegender Radweg hätte zum Beispiel ausgebaut werden können. Doch dagegen hatte sich der Gemeinderat ausgesprochen. Auch die kürzlich sanierte Ulmer Straße würde durch die Baustellenfahrzeuge stark beansprucht.

Warum ist die neue Autobahn aus Beton? Wer zurzeit an der Anschlussstelle Zusmarshausen die A 8 verlässt, hat es schon bemerkt: Die neue Autobahn ist nicht etwa mit Asphalt überzogen, sondern mit Beton. Das habe wirtschaftliche Gründe, erklärte Stefan Schmid: „Beton kostet zwar mehr als Asphalt, hat aber einen niedrigeren Verschleiß.“ Insgesamt 36 Zentimeter dick wird die neue Fahrbahn, bestehend aus zwei Schichten. Weil Beton härter ist, als Asphalt, müssen sogenannte Sollbruchstellen die Spannung ausgleichen. Dazu sind die Betonplatten zu zusammen gesetzt, dass sie einen minimalen Bewegungsspielraum haben. Bei einer Beschädigung können die Platten entweder komplett ausgetauscht werden oder mit Kunstharz geflickt werden.
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