Bäcker fürchten "Horror-Katalog"

Bäcker fürchten "Horror-Katalog" Hartes Brot für die heimischen Bäckerei-Beschäftigten - ihnen drohen drastische Einschnitte. "Aber wir lassen uns von den Arbeitgebern die Butter nicht vom Brot nehmen", sagt NGG-Geschäftsführer Tim Lubecki. Foto: NGG

Mehr Arbeit am Sonntag, bis zu zehn Tage weniger Urlaub und kein Urlaubsgeld mehr: Die rund 1200 Bäcker und Verkäufer in Augsburg stehen vor enormen Einschnitten.

Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt. "Die bayerische Bäcker-Innung hat den Tarifvertrag gekündigt. Das ist ihr gutes Recht, jedoch haben die Arbeitgeber ohne jeden Grund einen wahren Horror-Katalog vorgelegt.

Danach sollen sogar Krankheitstage von den Urlaubstagen abgezogen werden", sagt Tim Lubecki. Für den Geschäftsführer der NGG-Region Schwaben schneiden sich die Arbeitgeber mit ihren Angriffen "ins eigene Fleisch": Man könne nicht die Tradition im Bäcker-Handwerk hochhalten und gleichzeitig Fachkräfte durch schlechte Arbeitsbedingungen vergraulen, so Lubecki. Bislang gilt in bayerischen Bäckereien ein Manteltarifvertrag für alle Mitarbeiter - vom Bäcker über die Verkäuferin bis zur Reinigungskraft. "Wenn es nach den Bäcker-Chefs geht, soll damit ab Oktober Schluss sein", so Tim Lubecki.

Konkret sehe der Vorschlag der Bäcker-Innung vor, das Urlaubsgeld von bis zu 142 Euro komplett zu streichen, die Sonntagsarbeit auszuweiten und die Probezeit zu verdoppeln, so die NGG Schwaben. "Der Gipfel ist die geplante Urlaubsregelung.

Von 30 Urlaubstagen sollen bis zu zehn Tage mit einzelnen Krankentagen verrechnet werden", sagt der NGG-Geschäftsführer. Und sogar wer über längere Zeit krank sei, dem blieben dann nur noch 20 Urlaubstage. Gerade in einer Branche mit hoher körperlicher und psychischer Belastung sei das eine "enorme Zumutung". Die NGG werde sich dagegen mit aller Kraft zur Wehr setzen.
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