Bahn frei für die Drahtesel

Bahn frei für die Drahtesel Augsburg auf dem Weg zur Fahrradstadt: Unter anderem sollen Radwege breiter werden. Foto: projekt augsburg city/fahrradstadt
Die Fuggerstadt hat ein ehrgeiziges Ziel: Fahrradstadt 2020. Mit neuen und verbesserten Radwegen, mehr Stellplätzen und viel Werbung für den Drahtesel ist sie auf einem guten Weg. Am Samstag, 4. Juli, können sich Radfahrer beim Fahrraderlebnistag in der Innenstadt selbst ein Bild machen.

Das Projekt "Fahrradstadt 2020" beinhaltet, den Anteil des Radverkehrs im Stadtgebiet auf 25 Prozent zu steigern. Derzeit sind es 17 Prozent. Zukünftig soll also jeder vierte Weg in Augsburg mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Grundlage für das Projekt ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2012. Seitdem hat sich einiges getan in Augsburg, insbesondere der Ausbau des Radwegnetzes ist deutlich vorangeschritten. So wurde im vergangenen Jahr unter anderem die letzte Lücke in der Radwegachse Ost-West geschlossen.

Auch in diesem Jahr gehen zahlreiche Radprojekte in die Planung oder in die Ausführung. Den Netzplan dafür hat der Stadtrat im Februar 2015 beschlossen. Damit nicht genug stimmten die Räte vergangene Woche für eine Anpassung der Ausbaustandards. Im Radverkehr will die Stadt künftig nur noch Lösungen umsetzen, bei denen die Radler getrennt von den Autos unterwegs sind: Radwege, Radfahrstreifen, Umweltspuren als Radfahrstreifen oder Fahrradstraßen. Auch sollen die Radler deutlich mehr Platz zur Verfügung haben. Da vermehrt auch Lastenfahrräder und Fahrradanhänger unterwegs sind, müssen die Radwege und Radfahrstreifen breiter werden. Auf bis zu 3,5 Meter können die Radwege anschwellen, verspricht Baureferent Gerd Merkle. Allerdings nicht überall. "Es ist sehr wichtig, dass wir über das vorgeschriebene Mindestmaß hinausgehen", betont Janos Korda vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC.

Noch wichtiger als die baulichen Verbesserungen sind für Baureferent Merkle die Fortschritte in der Kommunikation. Unter anderem durch die Aktion "Stadtradeln", an der sich im vergangenen Jahr mehr als 2500 Augsburger beteiligten, sei das Fahrrad Gesprächsthema geworden - auch bei den Benutzern anderer Verkehrsmittel. Merkles Hoffnung: Über das gegenseitige Gespräch zu gegenseitigem Respekt kommen. "Da haben wir aber noch eine große Aufgabe vor uns", weiß der Berufsoptimist. Zwar gehe die Stadt mit der Polizei etwa konsequent gegen widerrechtliches Parken auf Fahrradstreifen vor. Aber allein über die gesetzlichen Maßnahmen schaffe man kein Verständnis füreinander, weiß auch Merkle.

Lust aufs Fahrrad sollen demnach Aktionen machen wie der Fahrrad-Erlebnistag am kommenden Samstag. Doch die Stadt tut noch mehr: Auf der Internetseite von Projekt Augsburg City ist nun auch eine Rubrik mit "Fahrradstadt" überschrieben. Hier zählt die Stadt aktuelle Projekte auf, informiert über die richtigen Verhaltensweisen auf den verschiedenen Arten von Radwegen und bietet allen Pedalrittern auch ein Forum für Lob, Kritik und Anregungen. Merkle ist wichtig, dass nicht übereinander, sondern miteinander gesprochen wird. Nur so könne etwas verbessert werden. Ebenfalls im Internet findet sich eine neue Fahrradkarte für Augsburg, auf der neben Radwegen und passenden Routen für Radler auch Fahrradwerkstätten, Schlauchautomaten und Abstellplätze eingezeichnet sind. Die Karten gibt es auch in klassischer Form als Stadtpläne.

Augsburg gibt sich Mühe und ist auf dem besten Weg, das Ziel "Fahrradstadt 2020" zu erreichen.
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