Barrierefreie Begegnungen

Sanierung des Exerzitienhauses Pfarrer Ulrich Lindl (von links), Werner Kapfer (St. Ulrichswerk), Klaus Donaubauer und Pater Thomas Schuster freuen sich über die Sanierung des Exerzitienhauses in Leitershofen. Foto: Pressestelle Bistum Augsburg/Nicolas Schnall

Das von dem Augsburger Architekten Thomas Wechs in den Jahren 1961 bis 1963 erbaute und zuletzt um die Jahrtausendwende erweiterte "Exerzitienhaus St. Paulus" in Leitershofen wird in den kommenden Jahren modernisiert. Die ersten Arbeiten sind mit dem Einbau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) bereits ausgeführt und werden im Paulus-Saal inzwischen fortgeführt.

Die zweigeteilte Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Mitte 2017 dauern. Im Vordergrund der Sanierung steht die Verbesserung von Energetik und Klimaschutz, außerdem Sicherheitstechnik und Barrierefreiheit, erläutert Finanzdirektor Klaus Donaubauer die Säulen des Sanierungskonzepts. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich laut Finanzdirektor auf 11,0 Millionen Euro. Diese Summe sei durch den Diözesansteuerausschuss genehmigt worden.

Hauptabteilungsleiter Pfarrer Ulrich Lindl ist froh, dass sich die Diözese zum Standort ihres Exerzitienhauses bekennt und dies mit der Sanierung unterstreicht. Im Herbst wird die Abteilung "Spirituelle Dienste" des Bischöflichen Ordinariats in das Exerzitienhaus verlegt. Dominikanerpater Thomas Schuster ist von da an in seiner Doppel-Funktion als geistlicher Direktor und Leiter der Abteilung "Spirituelle Dienste" in Leitershofen tätig. Bestehen bleiben wird die eigentliche Aufgabe des Hauses: "Menschen Raum für Begegnung zu bieten, Raum für Fragen und Anfragen sowie zur Vertiefung ihres Glaubens und Lebens schaffen", beschreibt Pater Thomas den Kern der Einrichtung.

Die Wärmeversorgung des Gebäudekomplexes erfolgt künftig durch eine Heizzentrale. Diese zentrale Betriebstechnik wird durch den bereits erfolgten Einbau des Blockheizkraftwerks, unterstützt durch einen gasbetriebenen Niedrigtemperaturkessel, auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der produzierte Strom wird direkt im Gebäude verbraucht und die Abwärme zur Warmwasser-Bereitung genutzt. So können laut Finanzdirektor Donaubauer rund 53 000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden. Wärmetechnische Optimierungen der Gebäudehülle sind aufgrund der Klassifikation des Gebäudekomplexes als Einzeldenkmal in den Bereichen Dach und Außenputzflächen nicht möglich, jedoch werden Fenster- und Glasfassaden durch neue wärmedämmende Konstruktionen ersetzt. Das berichtet Werner Kapfer vom St. Ulrichswerk, der für die Projektsteuerung zuständig ist.

Eine wichtige Rolle spielt künftig die Barrierefreiheit. "Durch den Einbau von elektromechanisch selbsttätig öffnenden Türen im Gebäude und die Errichtung einer barrierefreien Rampe parallel zur Haupttreppe wird die Zugänglichkeit des Gebäudes verbessert", so Kapfer. Der zentrale Personenaufzug ermögliche bereits die Erreichbarkeit sämtlicher Geschosse. Verbessert wird der Zugang für den Paulus-Saal durch den Einbau eines behindertengerechten Personenaufzugs. Die Anbringung einer induktiven Gehörlosenschleife in der Kapelle entspreche zudem den Anforderungen von hörgeschädigten Menschen. Eine weitere Säule im Sanierungskonzept bildet die Sicherheit: "Die gesamte Anlage wird in Bezug auf die Sicherheitstechnik ertüchtigt", so Kapfer.

Das Zentrum der Einrichtung, der Paulus-Saal, bekommt ein neues multifunktionales Foyer in Verbindung mit einem direkten Zugang zum neu gestalteten Innenhof. "Das bauliche Resultat wird ein vielfach nutzbares Ensemble sein, dessen Hauptfunktionen den heutigen und zukünftigen Anforderungen der Nutzer entsprechen", so Kapfer.
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