Baustellenwahnsinn auf der B17? - Ein Selbstversuch

Im Bereich der Bürgermeister-Ackermann-Straße ist die B17 seit einigen Tagen nur einspurig befahrbar. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten gab es dennoch deutlich weniger Stau als erwartet. Foto: Kristin Deibl Foto: Kristin Deibl
Straßenschilder kündigen die nahende Baustelle an, das Tempo soll nun auf 40 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Noch fließt der Verkehr recht flüssig auf zwei Spuren. Glück gehabt, denke ich gerade, als die Bremslichter meines Vordermannes mich eines Besseren belehren...

Seit Tagen kommt man um ein Thema nicht herum: Wegen der Sanierungsarbeiten auf der B17 wird Stau bis zum Abwinken befürchtet. Stau auch auf Nebenstrecken und gar Rückstauungen bis auf die Autobahn A8. "Vorbereitung der Grundwasserwannen-Sanierung" heißt das Übel, das in der Woche vor Ostern drohte, arme Autofahrer in den Wahnsinn zu treiben. Im Bereich der Bürgermeister-Ackermann-Straße gibt es nun in beide Fahrtrichtungen nur noch eine Spur. Da scheinen die Folgen programmiert.

Bremslichter leuchten, der Verkehr gerät ins Stocken. Im Stop-and-go-Verfahren geht es langsam weiter. Anfahren, bremsen und dann das ganze Spiel wieder von vorne. Stoische Mienen blicken mir aus den benachbarten Fahrzeugen entgegen. Schließlich kommt, was deutschen Autofahrern nicht behagt: Das Reißverschlussprinzip. Mehr oder weniger geordnet findet sich Auto für Auto auf der einsamen, übrig gebliebenen Spur ein. Zwar im Schneckentempo, aber doch stetig zieht die Karawane weiter. Vorbei an Bauarbeitern in Knallorange, und immer begleitet von den rhythmisch blinkenden Bremslichtern der vielen Autos. Nach erstaunlich kurzer Zeit liegt das Nadelöhr auch schon hinter mir. Motoren heulen auf, als die Fahrer erleichtert wieder Gas geben. Als wäre nichts gewesen, verteilt sich der Verkehr wieder auf zwei Spuren und ich verlasse die B17.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir: 9.21 Uhr, das heißt vierzehn Minuten von der Auffahrt Messe bis zur Abfahrt Kobelweg. Das hatte ich mir deutlich schlimmer vorgestellt und mich aufgrund der vielen Horrorgeschichten sicherheitshalber mit Wasser, Brotzeit und viel Geduld ausgestattet.

Da ich mir ein Gesamtbild machen möchte, teste ich auch die Gegenrichtung, doch zu dieser Uhrzeit läuft der Verkehr in südlicher Richtung sogar noch besser. Um auf Nummer sicher zu gehen, wiederhole ich dieselbe Fahrt noch einmal zur Mittagszeit. Zwölf Minuten Stop-and-go, Reißverschluss und Nadelöhr später steht für mich das Fazit dieses Selbstversuches fest: Die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten auf den Verkehr sind halb so wild und die prophezeiten Horrorszenarien sind zum Glück nicht eingetroffen. Das gilt zumindest außerhalb der Hauptverkehrszeiten.

Wer in den vergangenen Tagen morgens um 7 Uhr auf dem Weg zur Arbeit auf der B17, den Nebenstrecken oder der A8 im Stau festgesteckt ist und die Grundwasserwanne verflucht hat, der kann sich nun auf Bauphase B der Sanierungsarbeiten freuen. Noch bis zum 30. April soll nur noch von 9 bis 15 und nach 18 Uhr gearbeitet werden. Zu den Hauptverkehrszeiten sollen wie gewohnt zwei Spuren befahrbar sein.
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