Bistum hilft Bedürftigen in Lateinamerika

Der Bischof von Santa Rosa de Lima ist zu Besuch in Augsburg. (Foto: Michèle Böswald)

Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit. Mit diesen Werten verbindet das Bistum Augsburg das Adveniat 2015. Die Weihnachtsaktion will Bedürftigen in Lateinamerika und der Karibik konkrete Hilfe leisten.

„Frieden ist die Folge von Friedensarbeit“, erzählt Pfarrer Ulrich Lindl, und betont dabei die Werte von Wahrheit und Gerechtigkeit. Man befinde sich in einer Zeit, in der sich immer mehr Konflikte und Gewalttaten bis hin zum Krieg ausbreiten. Trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre sei die Kriminalität in vielen Ländern Südamerikas gestiegen. Aus diesem Grunde lautet der Appel der diesjährigen Adveniat-Aktion: „Frieden jetzt! Gerechtigkeit schafft Zukunft.“

Das Lateinamerika-Hilfswerk weist im Rahmen der Weihnachtskampagne der Katholiken in Deutschland auf die Nöte der Armen und Benachteiligten in Lateinamerika hin und wirbt für Spenden.

In der Adventszeit sind Aktionsgäste aus Guatemala und Kolumbien in den deutschen Bistümern unterwegs und berichten über ihren Einsatz für Gerechtikeit und Frieden.

Einer dieser Partner ist Bernabé Sagastume, der im Oktober 2007 Bischof von Santa Rosa de Lima wurde. Ein Silberbergwerk namens San Rafael habe sich nur wenige Kilometer entfernt angesiedelt und sorge in den Gemeinden für reichlich Trubel, erzählt der Bischof aus Guatemala. Das Großprojekt hätte Kontakt mit Bauern aufgenommen, um ihnen ihr Land für eine hohe Geldsumme abzukaufen. Informationen, wie sie den Grund in Zukunft verwenden wollen, hätten sie den Besitzern jedoch nicht gegeben. Dass es sich hier um eines der größten Silberabbauprojekte weltweit handle, sei erst später bekannt geworden.

Die Regierung Guatemalas genehmigte dem Konzern im April 2013 eine angelegte Abbaulizenz für 25 Jahre. Nach kommunalem Recht hätten die Bürger jedoch im Vorfeld befragt und angehört werden müssen. So verbreitete sich Unruhe in den einzelnen Gemeinden und auch Sagastume begann sich immer mehr mit dem Projekt auseinanderzusetzen.

Aus regelmäßigen Treffen mit Priestern aus seiner Diözese entstand die „Diözesane Kommission für den Erhalt der Natur“. Leiter dieser Kommission ist der Bischof selbst. „Wir wollten die Menschen sensibilisieren für die Risiken, die ein solches Großprojekt für die Natur und für die Gesundheit der Menschen birgt“, sagt er. Denn der enorme Wasserverbrauch des Bergwerks sorge nicht nur für einen Wassermangel, sondern könne auch dazu beitragen, dass Gifte und Schwermetalle in das Trinkwasser gelangen. Der Bischof beobachtet außerdem eine zunehmende Kriminalisierung. Immer häufiger würden Kritiker des Bergbauprojektes bedroht, verfolgt oder für eine lange Zeit grundlos festgehalten. Bürgermeister einzelner Gemeinden müssten wegen falschen Anschuldigungen ins Gefängnis. So will Bernabé Sagastume mit seiner Kommission auch den Menschen bewusstmachen, welche Rechte sie haben und dass sie auch protestieren dürfen. Es hätte allerdings schon Tote gegeben, denn der einstige Sicherheitschef des Bergwerks soll seine Leute angewiesen haben, auf die friedlichen Demonstranten zu schießen. „Unsere Aufgabe ist es, das Leben und die Schöpfung zu verteidigen und jenen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden“, so Sagastume.

Die Kirche will somit nahe bei den Menschen sein, vor allem bei denen, die Opfer von Gewalt und Unterdrückung geworden sind. Adveniat unterstützt seit über 50 Jahren solche Initiativen zugunsten der Benachteiligten in Lateinamerika und der Karibik.

In der Weihnachtskollekte, die am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands stattfindet, kann jeder das Projekt in Form einer Weihnachtsgabe unterstützen.

Interessierte, die anderweitig spenden möchten, finden Informationen online unter www.adveniat.de/spenden.

Michèle Böswald
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