Bürgerdialog zur Theatersanierung

Bürgerdialog zur Theatersanierung In einem offenen Bürgerdialog soll nun das Konzept für die Theatersanierung diskutiert werden. Foto: Markus Höck

In den Streit um die Theatersanierung ist Bewegung gekommen: Die Stadtspitze hat das Gespräch mit den Sanierungsgegnern gesucht und Vorschläge unterbreitet, wie es mit der inhaltlichen Neuaufstellung des Stadttheaters weitergehen könnte. Eine Antwort steht noch aus.

In einem offenen Brief hatten mehr als 50 Kulturschaffende und -interessierte aus Augsburg einen sofortigen Stopp der Theatersanierung gefordert. "Bis heute liegt kein Entwicklungskonzept für ein Theater der Zukunft vor", kritisierten die Unterzeichner. Die aktuelle Planung zementiere lediglich den bisherigen Status quo des Stadttheaters. Bezug auf "die veränderten Realitäten unserer Gesellschaft" werde nicht genommen.

Auch mit dem Standort waren die Briefschreiber nicht zufrieden, mahnten einen offenen Diskurs dazu an, ebenso müsse die gesamte Zukunft des Theaters diskutiert werden. "Für die weitere Planung und Umsetzung fordern wir eine nachvollziehbare politische Verantwortlichkeit sowie eine aktiv von der Stadtpolitik initiierte Bürgerbeteiligung", so die Forderung der 53 Unterzeichner des Briefs.

Am vergangenen Wochenende nun trafen sich Oberbürgermeister Kurt Gribl, Kulturreferent Thomas Weitzel und Baureferent Gerd Merkle mit sechs der Unterzeichner des Offenen Briefes zur Theatersanierung. Darunter befand sich auch Kurt Idrizovic, der bereits vor knapp drei Wochen zu einem Vorgespräch beim OB war.

Auf die Vorhaltungen im Brief reagierte die Stadt mit eigenen Vorschlägen. So soll ab Herbst ein von externen Fachleuten moderierter Bürgerdialog stattfinden, "der die inhaltliche Gestaltung des Augsburger Theaters der Zukunft unter Beteiligung einer möglichst breiten Öffentlichkeit zum Ziel hat", wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt. Alle kulturinteressierten Bürger, Kulturschaffenden, Kulturträger und Bildungsinstitutionen sollen darin eingebunden werden. Kulturreferent Weitzel wird die Planung des Dialogprozesses leiten. Für die externe Durchführung und Moderation des Dialogprozesses wird es eine beschränkte Ausschreibung geben. Als Terminvorschlag nennt die Stadt Oktober und November 2015. Eine Auswertung erster Ergebnisse könnte dann im Dezember erfolgen.

Zeitgleich werde sich der Oberbürgermeister weiter bemühen, die Finanzierung der Theatersanierung auf sichere Füße zu stellen. "Auch die Planungen für die Sanierung des denkmalgeschützten Großen Hauses werden mit den entsprechenden Fachplanern weiter vertieft", so die Stadt.

Erst dann soll es weitergehen mit den Planungen für das Neue Haus, die Werkstätten und Verwaltungsgebäude, auf Basis der dann erfolgten Auswertung des Dialogprozesses.

Das Konzept für die weitere Planung des offenen Dialogprozesses will Weitzel dem Kulturausschuss in seiner Sitzung am 22. Juli vorstellen. Die Finanzierung des Dialogprozesses ist laut Pressemitteilung übrigens gesichert, "da dieser den ersten Baustein des ohnehin haushalterisch gesicherten Kulturentwicklungskonzeptes der Stadt Augsburg darstellt".

Nun liegt der Ball wieder in der Hälfte der Sanierungskritiker. Diese wollten die Vorschläge zunächst intern diskutieren, hielten sich bislang bedeckt. Heute oder morgen soll es eine Stellungnahme geben. Man darf gespannt sein, ob sich die eher durchmischte Gruppe auf eine gemeinsame Linie wird einigen können.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.