Bürgerumfrage: Wie ticken die Augsburger?

Einen Überblick über die Ansichten der Augsburger möchte sich die Stadt mit der Bürgerumfrage verschaffen. Foto: Janina Funk


Ängstlich sind die Augsburger offenbar nicht. Aller Diskussionen um angeblich steigende Kriminalität und Terrorgefahr zum Trotz: 90 Prozent der Fuggerstädter fühlen sich sicher. Hervor geht dies aus der Bürgerumfrage 2015, deren erste Ergebnisse nun der Stadtverwaltung vorliegen. Nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden haben die Meinungsforscher dabei genauso gefragt, wie nach der Zufriedenheit mit der Verkehrssituation oder der Identifikation mit Augsburg und der Lebensqualität in der Stadt.

Das Amt für Statistik und Stadtforschung erstellt die Bürgerumfrage in Kooperation mit der Universität Augsburg seit 2003 im zweijährigen Turnus. Repräsentativ sei die Erhebung, betont die Stadt, die heuer insgesamt 3896 Menschen befragt hat. Ziel sei es, "Planungsgrundlagen für Politik und Stadtverwaltung zu erhalten".

Der Umfrage zufolge leben rund 96 Prozent der Augsburger gerne in ihrer Stadt. Die "Lebensqualität" und die "Geschichte der Stadt" sind für die Bürger die größten Stärken Augsburgs; die "Immobilienpreise" und die "Mietkosten" sowie der "Verkehr" werden am häufigsten als Schwächen genannt.

Über 90 Prozent der Befragten sind mit den Naherholungsmöglichkeiten, den Angeboten der Sportvereine und den Bibliotheken zufrieden. Mehr als die Hälfte ist dagegen unzufrieden mit den Schulgebäuden und den Stellplätzen für Fahrräder. Übertroffen wird dies noch von den Parkplätzen für Autos, 63 Prozent beklagen fehlende Möglichkeiten, ihr Heilig's Blechle abzustellen.

Nicht alle Bauprojekte kommen bei den Bürgern an


Auch nach den Bauprojekten wurde gefragt: Jeweils 87 Prozent der Augsburger sind zufrieden mit der Neugestaltung von Königsplatz und Fußgängerzone. Die Gestaltung der Radwegeachsen durch die Innenstadt kommt hingegen nicht an: Nur weniger als ein Drittel ist damit zufrieden. Was noch nicht abgeschlossene Projekte angeht, ist die Mehrheit der Befragten positiv gestimmt. 61,4 Prozent sind für den Bahnhofstunnel, 69,7 Prozent für die Umwandlung des Klinikums in eine Uniklinik und 61,1 Prozent für die Sanierung des Römischen Museums. Eine Frage zur Theatersanierung ist in der ersten Auswertung nicht zu finden.


Und wie sieht es mit der politischen Teilhabe aus? Knapp drei Viertel der Befragten interessieren sich für kommunalpolitische Themen, aber nur jeder Zehnte ist der Meinung, dass man auf Entscheidungen im Rathaus Einfluss hat.

Die Meinungsforscher haben zudem nach den "derzeit größten Problemen in Augsburg" gefragt - und eine Reihe an Auswahlmöglichkeiten vorgegeben, von denen bis zu fünf angekreuzt werden konnten. Am häufigsten markiert wurde neben "Verkehr" und "Immobilienmarkt" dabei auch die "Finanzlage der Stadt".

Zu den vorgegebenen Antworten gehörten auch "Flüchtlinge" und "Migranten", die von je rund 30 und 20 Prozent als Problem genannt wurden. An welchen Kriterien jene Teilnehmer diese Auswahl festmachen, kann aus der Umfrage nicht herausgelesen werden.

Die Antwortmöglichkeit "Unsicherheit/Kriminalität" wurde lediglich von 10 Prozent als Problem angekreuzt.



Zusätzlich zur Zusammenfassung "Erste Ergebnisse der Bürgerumfrage 2015" hat das Amt für Statistik und Stadtforschung nun den umfassenden Abschlussbericht zur Bürgerumfrage 2013 veröffentlicht. Beides kann auf der Webseite der Stadt abgerufen werden.
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