Car-sharing: Teilen ist in

Die Augsburger Stadtwerke starten am Wochenende das Car-sharing. In der 25 Autos starken Flotte sind unter anderem zwei Elektroautos (Bild) vorhanden. Foto: Clarissa Beck


Die Stadtwerke Augsburg (swa) wollen ihr Angebot ausweiten. Ab dem Wochenende geht das Unternehmen mit Car-sharing an den Start. "Als Experten für Bus und Bahn wollen wir hier unser Repertoire als Mobilitätsanbieter erweitern", erklärte Walter Casazza, Geschäftsführer der swa, bei dem Pressetermin gestern.

Casazza bezeichnete das Car-sharing (Auto teilen) als "eleganten Weg, ein Auto zu nutzen, ohne es besitzen zu müssen". Er sieht darin drei große Vorteile: Unter dem Umweltaspekt könnten auf diese Weise Ressourcen besser genutzt werden. Denn die meiste Zeit über sei ein Auto ein "Stehzeug" und kein Fahrzeug. Mit dem Car Sharing könne das Potenzial optimaler genutzt werden. Ebenso verhält es sich mit den Platzressourcen - gerade in der Stadt. "Anstatt zehn Autos brauchen dann vielleicht nur noch zwei Autos einen Parkplatz", so hofft Casazza jedenfalls. Zuletzt nennt er die Kosten als Vorteile für die Kunden. Denn beim Teilen fallen beispielsweise hohe Posten wie die Anschaffung oder Wartung weg. Die liegen bei der swa. Doch durch monatliche Grundgebühren und Nutzungskosten pro Stunde und Kilometer fließen diese Kosten wieder in die Kasse.

Dabei ist das Modell nicht auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Kostendeckung, die ein "organisches Wachstum" ermöglichen soll, sei das Ziel der swa. Am Wochenende fällt der Startschuss für das Projekt. Ab Samstag stehen den Kunden 25 Fahrzeuge verschiedener Klassen, vom Kleinstwagen bis zum Transporter, zur Verfügung.

Nach der Anmeldung, bei der der Führerschein vorgelegt werden muss, bekommt der Kunde eine Chipkarte, die den Zugriff auf das reservierte Auto erlaubt. Die vorherige Reservierung soll via Internet, Telefon und App möglich sein. Die Abrechnung erfolgt dann monatlich.

Casazza will in diesem Jahr 300 Kunden für das Car-sharing gewinnen. Rund 100 Anmeldungen seien schon jetzt bei den swa eingegangen. "Eine vielversprechende Resonanz", wie der Geschäftsführer findet.

Für die Fahrzeugflotte gibt es zunächst neun Standorte im Stadtgebiet - alle in unmittelbarer Nähe zu Haltestellen des ÖPNV. Dort können die Autos abgeholt und auch wieder abgestellt werden.

Casazza betonte auch, dass die Flotte auch technisch auf dem neuesten Stand gehalten wird. So werden die Wagen regelmäßig ausgetauscht und durch aktuelle Modelle ergänzt. Doch nicht nur die Zahl der Fahrzeuge soll wachsen, auch die Standorte sollen nach und nach ausgeweitet werden. Zum Beispiel weiter in den ländlichen Raum, doch das sei erst der dritte Schritt, erklärte Casazza gestern bei der Vorstellung des Projekts.
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