Caritas-Altenhilfe nach Bombenfund: "Wir werden alles tun, um Weihnachten spüren zu lassen"

CAB-Altenhilfe und CAB-Behindertenhilfe können auf eigene Häuser außerhalb der Schutzzone zurückgreifen - Transportfrage ist allerdings noch offen


Augsburg, 22.12.2016 (pca). Die Evakuierung der Augsburger Innenstadt am Weihnachtstag betrifft auch 500 Bewohnerinnen und Bewohner der Caritas-Seniorenzentren der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH. Betroffen sind die Caritas-Seniorenzentren St. Raphael am Caritasweg, St. Anna in der Blücherstraße, St. Verena am Kappelberg und das Antoniushaus in der Stephansgasse. „Die Evakuierung ist eine sehr große Herausforderung vor allem für unsere Bewohnerinnen und Bewohner“, so Michaela Weber, die Bereichsleiterin Pflege der CAB. „Aber wir können auf unsere eigenen Häuser in Augsburg selbst, in Königsbrunn, Neusäß, Mering und Dinkelscherben zurückgreifen.“ Die entscheidende Herausforderung sei die Frage, wie der Transport geregelt werden kann. „Alles andere können wir aus eigener Kraft schultern.“

Die CAB-Behindertenhilfe hat ebenfalls alles bereits in die Wege geleitet. 25 von 50 Menschen mit Behinderungen kommen bei Angehörigen unter, so Franz Minnerrath, Geschäftsführer der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH – Ressort Behindertenhilfe. „Und mit den anderen 25 werden wir mit unseren eigenen Fahrzeugen einen Ausflug in unsere Einrichtungen in Aichach oder Offingen bei Günzburg unternehmen.“

Auch wenn die grundsätzlichen Fragen für die CAB-Altenhilfe – außer der des Transportes – prinzipiell geklärt sind, müssen nun viele Einzelpunkte geklärt werden: Wer ist wann wo? Auch wenn die Caritas-Seniorenzentren alle eine eigene Küche haben, wie viel Nahrungsmittel müssen für wie lange für wie viele an den einzelnen Orten vorhanden sein? Die gleiche Frage bezieht auch auf die Bereitstellung der Medikamente.

Seit heute Morgen rufen die betroffenen Caritas-Seniorenzentren Angehörige an und klären, ob diese ihre Verwandten über den Zeitraum der Evakuierung zu sich nehmen können. Das geht allerdings aufgrund des jeweiligen Gesundheitszustandes nicht bei allen. Bettlägerige Bewohnerinnen und Bewohner, allein bei der CAB sind es ca. 60 Personen, brauchen eine entsprechende Transport- und Versorgungsmöglichkeit. Rund 170 Personen sind auf den Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen. Die anderen können zu Fuß entweder allein oder in Begleitung ihre Zimmer und die Einrichtungen verlassen. Die genaue Verteilung, wer wo den Weihnachtsfesttag verbringen kann, ist noch nicht geklärt. „Das hängt auch von den Transportmöglichkeiten ab.“ Auf jeden Fall stelle sich die CAB darauf ein, eventuell schon am 24. Dezember den Umzug in die "Gasteinrichtungen" starten und erst am 26. Dezember 2017 zurückkehren zu können.

Dass der Bombenfund und die Evakuierung bei den alten Menschen Assoziationen an ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg hervorrufen und tiefe Gefühle wecken wird, das ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas-Seniorenzentren sehr bewusst. Die entscheidende Herausforderung sieht Weber allerdings in den Belastungen durch die Evakuierung für die etwa 70 % dementiell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner. Das betreffe besonders die schwer dementiell erkrankten Menschen. Sie sind besonders auf die ihnen vertraute Umgebung angewiesen.

Die CAB-Altenhilfe geht dennoch davon aus, viel davon auffangen zu können. „Alle Pflege- und Betreuungskräfte, mit denen unsere Bewohnerinnen und Bewohner vertraut sind, werden im Dienst sein. Jede Person wird also das Haus mit einer vertrauten Begleitung verlassen können und dann in der entsprechenden Einrichtung vom selben Personal gepflegt und betreut werden.“ Auch dank der häuslichen Atmosphäre in den Caritas-Seniorenzentren werden die Räumlichkeiten vertrauter wirken als Turnhallen. „Auf jeden Fall werden wir alles tun, um Weihnachten spüren zu lassen und in allen Einrichtungen den Weihnachtsgottesdienst mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern feiern“, so Michaela Weber.
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