Das Fahrradklima wandelt sich

Größte Noten-Verbesserung: Erlangens Fahrradbeauftragter Joachim Kaluza, ADFC-Landesvorstand Armin Falkenhein, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Augsburg Thomas Hertha, János Korda vom ADFC und Klimatest-Verantwortlicher Thomas Böhmer (von links) präsentieren stolz die Urkunde des ADFC für Augsburg. Foto: Anna Wilhelm

Die Fuggerstadt kommt dem Prädikat fahrradfreundliche Stadt immer näher. Nun hat Augsburg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) eine Urkunde für sein schnelles Aufholen beim sogenannten Fahrradklimatest erhalten - immerhin die größte Befragung zum Thema Radfahren weltweit. Am Mittwoch hat der ADFC seine Ergebnisse in Augsburg vorgestellt.

Spitzenreiter im bayerischen Vergleich ist laut Armin Falkenhein, dem Landesvorsitzenden des ADFC in Bayern, Erlangen. Es sei nicht verwunderlich, dass Erlangen so gut abschneidet. Denn schon in den 80er und 90er Jahren wurde hier für Fahrradfreundlichkeit gesorgt. Er betonte aber, dass der Radverkehr in vielen bayerischen Städten an Bedeutung gewonnen habe.

Nach Auffassung des ADFC sind zu schmale Radwege und die nicht aufgehobenen Pflichten, die Radwege zu benutzen, große Probleme für die Fahrradfahrer. Zudem fühlen sich Radler innerorts oft nicht sicher. Das könne sich aber ändern, sobald mehr Menschen auf den Drahtesel umsteigen. Zur Verbesserung der Lage müsse einiges an Geld investiert werden. Zum Einen in die Radverkehrsinfrastruktur und zum Anderen in Aufklärung und Schulungen.

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) geht hier mit guten Beispiel voran und bietet gemeinsam mit dem Fahrradclub einen Kongress zum Thema Zusammenspiel von Fahrrad und öffentlichem Verkehr an. Zudem organisiert der ADFC einen Arbeitskreis zum Thema Fahrradstationen und -abstellanlagen.

Bei seinem Fahrradklimatest hat der ADFC unter anderem den Stellenwert des Radfahrens, die Sicherheit im Verkehr, den Komfort beim Radeln und die Infrastruktur hinterfragt.

Für den Test haben insgesamt 407 Augsburger Radler die Fragen beantwortet. Das Gesamtergebnis bewegt sich für Augsburg mit der Note 3,95 im unteren Mittelbereich. In der vergangenen Auflage des Tests, 2012, hatte Augsburg noch mit der Note 4,28 abgeschlossen. Augsburg ist damit der beste Aufholer in ganz Bayern - keine andere Stadt schaffte eine größere Noten-Steigerung. Allerdings liegen etwa München und Nürnberg weiter deutlich vor der Fuggerstadt.

Negativ fiel den Befragten die radlerunfreundliche Ampelschaltung auf. Auch bei Baustellen müssten Radfahrer meist absteigen und in der Tram ist es nicht erlaubt, sein Fahrrad mitzunehmen. Diese Punkte muss die Stadt also noch abradeln.

Als positiv bewerteten die Radler hingegen, dass es weniger Fahrraddiebstähle gibt oder dass die Winterdienste und die Fahrradförderung gut funktionieren.

Damit künftig noch mehr positiv gesehen wird, wurde das Projekt "Fahrradstadt 2020" ins Leben gerufen. Allein im kommenden Jahr will Augsburg rund eine Million Euro investieren, um die Infrastruktur für Radler auszubauen und die Verkehrssituation in der Innenstadt zu verbessern. Damit Augsburg bis zum Jahr 2020 eine echte Fahrradstadt ist.
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