Das Kalendergirl aus Laimering

Das Bauernleben ist hart, aber sexy. Die Liebe zum Landleben weckt die Bayerische Jungbauernschaft nun seit neun Jahren mit einem Jungbauernkalender, der inzwischen Kult-Status erreicht hat. Schicke Bäuerinnen geizen darin nicht mit ihren Reizen – ohne jedoch alle Geheimnisse zu enthüllen. Das beweist das Werk für 2014, das jetzt fertig wurde. Jeder Monat, von Januar bis Dezember, wird mit Spannung umgeblättert. Mit dabei ist eine hübsche Frau aus Laimering. Christiane Tremmel gewinnt dem November eine erotische Note ab.

Wie sieht eine echte Bäuerin aus? Blaue Latzhose, Kopftuch, Gummistiefel und eine Mistgabel in der Hand. Dieses Bild hat sich in viele Köpfe eingeprägt, macht die Landwirtschaft unattraktiv. Die 25-jährige Frau aus Laimering und elf weitere Mitstreiterinnen aus Bayern und Österreich sind angetreten, um diese Vorstellung gerade zu rücken – mit Natürlichkeit und einem Schuss Sexappeal.

Rotlackierte Fingernägel und Stöckelschuhe. Christiane Tremmel ist gelernte Steuerfachangestellte. Sie arbeitet als Bilanzbuchhalterin bei einem Augsburger Steuerbüro, das stark landwirtschaftlich geprägt ist. Die Arbeit macht ihr sehr viel Spaß. Aber kein Model kommt in den Jungbauernkalender, das mit der Landwirtschaft nichts zu tun hat. Drei Tage ist die 25-Jährige mit Zahlen und Bilanzen beschäftigt, der Rest der Woche gehört der Arbeit auf dem Hof des Vaters. Sie kümmert sich vorwiegend um den „Bürokram“, ist aber auch gerne im Kuhstall. „Ich tu gern die Kuhbusen massieren“, sagt sie beim Casting der Jury. Als die verdutzt dreinschaut, erklärt sie, was damit gemeint ist: melken. Aber so weit sind wir noch nicht.

Wie wurde sie Fotomodel? Im Frühjahr gab es eine Landwirtschaftsmesse in Augsburg. Der Stand der Bayerischen Jungbauernschaft ist direkt neben dem des Steuerbüros. „Die Mutter eines früheren Kalendermädchens hat mich angesprochen: Da gehörst du rein.“ Das hat gesessen. Christiane Tremmel war an der Angel. Obwohl, zunächst zweifelt sie: „Da hast du nie eine Chance.“ Der Pessismismus ist angebracht, denn der Andrang ist groß. Lange Zeit ringt Christiane Tremmel mit sich selbst. Sozusagen in letzter Minute bringt sie den nötigen Mut auf und bewirbt sich im März. 500 weitere junge Frauen haben die selbe Idee. 150 davon werden zum Casting nach Wien eingeladen. Sechs Mädchen aus Bayern schaffen den Sprung in den Jungbauernkalender (die anderen sechs Frauen kommen aus Österreich). Das ist Grund genug, um mächtig stolz sein zu dürfen.

Bis dahin hat die junge Laimeringerin niemandem von ihrem Abenteuer erzählt. „Nur die Mutter wusste Bescheid.“ Vater, Brüder und Freunde werden ein wenig hinters Licht geführt. Ob auch ein fester Freund dazu gehört, will sie nicht verraten. „Das bleibt mein Geheimnis“, lacht die charmante und selbstbewusste Frau herzhaft. „Ich habe überall erzählt, dass ich zwei Tage Wellness mache.“ Zu groß ist die Befürchtung, abgelehnt zu werden. Völlig unbegründet, wie sich herausstellt. Die Zeit in Wien wird das frisch gebackenen Kalendergirl im Leben nicht vergessen. „Da war sehr viel los.“ Im Bikini oder in Dessous stellen sich die jungen Frauen den kritischen Augen der Jury. „Alle waren sehr freundlich. Die haben uns auf Händen getragen.“ Durch ihre frische, natürliche Art, ihr bestechendes Aussehen und nicht zuletzt durch ihre pfiffigen Antworten (siehe Kuhbusen massieren) überzeugt sie das Gremium. Überhaupt: „Ich rede gerne, wie mir der Schnabel gewachsen ist.“

Jetzt gibt es nichts mehr zu vertuschen. Vater und Brüder haben ohnehin schon Lunte gerochen. Allerdings: Von Euphorie ist bei ihnen nichts zu spüren. Dass die neuen Kalendermädchen in einer ZDF-Reportage als „Nackedeis im Kornfeld“ vorgestellt werden, sorgt beim Vater für Bluthochdruck. Nach der Sendung ist aber wieder alles im grünen Bereich. Die Eltern können sich selber überzeugen, dass keine Pornofotos entstanden sind. Und die Landwirtschaft mit Sexappeal zu präsentieren, daran findet auch Vater Tremmel Gefallen.

Die Fotos werden in Niederbayern, in der Nähe von Landshut geschossen. „Was passt zum Typ, was zur Kulisse? Klamotten werden ausprobiert, die Models gestylt und hergerichtet. „Das war zum Genießen.“ Auch zum Lachen gibt es sehr viel. „Ein tolles Erlebnis.“ Profifotograf Steve Haider hat feste Vorstellungen, wie er die jungen Frauen ablichten will. „Du bist die Coole“, sagt er zu Christiane Tremmel. „Du machst den November.“ Damit hat die 25-Jährige gerechnet. „Ich bin der kühle Typ.“ Ihre schwarzen langen Haare und ihr dunkler Teint unterstreichen das. Aber ihre Augen strahlen auch Wärme und Esprit aus.

Eine spröde Werkstatt ist die Kulisse für ihr Shooting. Zwischen Amboss, Schraubstock, Schrauben und Werkzeug sitzt sie lässig auf einer Werkbank. Die langen Haare verdecken die Brüste, die in einem schwarzen Body stecken, die braunen Lederstiefel reichen hoch bis zu den Knien. Keine Frage, so gesehen hat die Landwirtschaft viele reizvolle Seiten. Entstanden ist ein geschmackvoller Kalender, der schön anzuschauen ist. Er soll Botschafter einer zukunftsfähigen und innovativen Landwirtschaft sein. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht. Die Bayerischen Mädchen präsentieren sich durchaus züchtig. „Man hat nicht viel an, aber man sieht trotzdem nichts,“ bringt es Christiane Tremmel auf den Punkt. Das junge Fotomodel ist mit dem Werk sehr zufrieden. „Ein Kalender wird im Wohnzimmer, einer im Kuhstall, einer in der Werkstatt und einer im Büro des Chefs aufgehängt“, listet Christiane Tremmel auf.

Bestellungen: Preis 27 Euro, beziehungsweise 25 Euro für Mitglieder der Bayerischen Jungbauernschaft. Online bestellen unter www.jungbauernkalender.de oder per Fax unter 089/894414-10. Die Auflage ist limitiert.
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