Das Theater will sich öffnen

Theatersanierung Augsburg als Chance. Im Theater haben sich gestern Arbeitsgruppen mit der Sanierung beschäftigt. Zwei große Themen werden der Kulturreferent Thomas Weitzel und Theaterintendantin Juliane Votteler in die künftigen Planungen einbringen: Die Öffnung der Institution und das Theater als Ort der Begegnung. Foto: Clarissa Beck

Das Theater Augsburg hat rund um die Sanierung eine Veranstaltungsreihe gestartet. An drei Terminen stellten Experten in Impulsreferaten wichtige Themen und Bereiche des Theaters vor. Gestern fand der vorerst letzte Termin unter dem Motto "Was bringt uns die Sanierung? Was erwarten Sie künftig von ihrem Theater?" statt. Die drei Arbeitsgruppen haben ihre Ergebnisse am Nachmittag vorgestellt und anschließend diskutiert.

Eifrig diskutiert haben gestern die Teilnehmer des dritten Hearings zur Theatersanierung Augsburg. In drei Arbeitsgruppen haben sich die Beteiligten mit den Themen Finanzen, Zusammenarbeit mit der freien Künstlerszene sowie Migration und Integration auseinandergesetzt. Bevor alle Gruppen ihre Ergebnisse vorstellten, erläuterte der Architekt Hendrik Euling-Stahl nochmals die bisherigen Überlegungen zur Sanierung des Großen Hauses und der Werkstätten. Als "Machbarkeitsstudie" bezeichnete er die momentanen Pläne. Die Wünsche aus der Gruppenarbeit könnten also durchaus noch aufgenommen werden, bevor der Augsburger Stadtrat am Ende des Monats entscheiden will.

Die Beteiligten des Arbeitstages waren sich einig, den großen Umbau als Chance für das Augsburger Theater zu sehen. Die kommenden Jahre sollten als wichtiger Prozess betrachten werden, dessen Errungenschaften auch über die Generalsanierung hinaus nützlich sein können. In allen drei Gruppen wünschten sich die Teilnehmer - alles Besucher und Kulturinteressierte - einen Ort der Begegnung. Die Mehrheit der Beteiligten sprach von einer Kneipe oder Kantine, die sowohl für Gäste, als auch für die Mitwirkenden des Theaters offen stehen solle. Damit sollte ein Ort zum Kennenlernen und zum Austausch gestaltet werden. Über die genauere Form dieses Ortes wurde nicht diskutiert, doch Kulturreferent Thomas Weitzel und Theaterintendantin versprachen, diesen Punkt in den Lenkungskreis für die Theatersanierung einzubringen. Schließlich sei ein Theater kein "Schutzraum für Kunst" mehr, sondern viel mehr ein Ort zum Verweilen und der Kommunikation, bestätigte Votteler den Wunsch.

In den kommenden vier Wochen werden ähnliche Termine mit den Mitarbeitern am Theater stattfinden. Auch sie sollen ihre Wünsche und Bedürfnisse einbringen können, nicht nur im Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen. Doch auch die Diskussionsrunden mit den Theaterinteressierten will sie fortsetzen.

Weitzel erklärte, dass er sich gemeinsam mit OB Kurt Gribl derzeit über die Finanzierungskonzepte unterhalte. Gleichzeitig fänden Gespräche mit dem Freistaat Bayern statt. Dabei geht es darum, ob das Augsburger Theater möglicherweise in ein Staatstheater überführt werden kann und wie hoch die Förderungen durch den Freistaat ausfallen könnten. Für die Zeit des Umbaus werde man zwei Hauptspielstätten anmieten. Zum einen den Kongress am Park für das Musiktheater. Der Spielplan würde bereits entsprechend ausgelegt, damit spätestens ab 2017 das Programm dort stattfinden könne. Zum anderen soll das Schauspiel zusammen mit den Werkstätten an einer zweiten Ausweichspielstätte unterkommen. Doch wo das sein wird, konnte Weitzel noch nicht endgültig sagen, da noch kein Mietvertrag unterschrieben sei. Von dort aus sollen einzelne Projekte dann auch in die Stadtteile gehen können, nach dem "Prinzip eines Wanderzirkus". Damit sich das Theater tatsächlich in einen Ort der Begegnung wandeln könne, wie es der Wunsch der Beteiligten ist. Doch die Entscheidungen hingen in erster Linie von den Gesprächen in München ab.
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