Der Augsburger Handel muss "noch einen draufsetzen"

Wolfgang Puff, Bezirksgeschäftsführerim Handelsverband Bayern, fordert, dass Augsburg sich als modernes Oberzentrum präsentieren muss. Foto: Handelsverband Bayern/pm

Die Augsburger Einzelhändler haben kürzlich die Parksituation in der Innenstadt bemängelt. Es gebe nicht ausreichend Parkplätze und die Gebühren in den Parkhäusern seien zu hoch. Deshalb kämen Kunden aus dem Umland von Augsburg nicht mehr in die Stadt zum Shoppen. Wolfgang Puff, Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, sieht die Lage differenzierter. Die Anzahl der Parkplätze sei zwar ausreichend, aber die Lage sei nicht gut. Vor allem für die Kunden, die aus Richtung Osten, zum Beispiel über die Friedberger Straße, nach Augsburg kommen.

Der lang andauernde Umbau der Innenstadt habe sein übriges zur Erreichbarkeit beigetragen. "Der Innenstadtumbau ist schön und gelungen. Aber der Begriff Baustellenstadt Augsburg hat sich nach drei Jahren in den Köpfen der Menschen festgesetzt", sagt Puff. In dieser Zeit war die Stadt für Kunden aus dem Umland nur schwer zu erreichen. "Aber jetzt sind die Baustellen weg und das müssen wir kommunizieren. Wir müssen diese Kunden wieder gewinnen und uns als auto- und kundenfreundlich darstellen", fordert der Bezirksgeschäftsführer. Gleichzeitig dürfe Augsburg jetzt nicht zur Fahrradstadt werden. Denn die Menschen aus dem Umland wollen direkt in die Stadt und nicht an den Stadtgrenzen in den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, ist Puff sich sicher.

Wirtschaftsreferentin Eva Weber (CSU) entgegnete der Kritik des Einzelhandels, dass dieser Maßnahmen wie den "mobilo" nicht ausreichend nutze. Doch der Geschäftsführer des Handelsverbandes sieht in der Vergünstigungsaktion nicht das Allheilmittel für den städtischen Einzelhandel. Die kleine Münze ist umstritten, denn viele Filialen dürfen ihn von ihren Firmenzentralen aus nicht ausgeben. Die inhabergeführten Geschäfte sind gespalten, denn viele bevorzugen ihre eigenen Rabattaktion wie Kundenkarten oder ähnliches. "Der ,mobilo' ist eine kleine Maßnahme, um die Kunden freundlich zu stimmen in Bezug auf die Parkgebühren", sagt er.

Puff hat einen eigenen Vorschlag für die Entschärfung der Parksituation. Er fordert eine andere Abrechnung in den Parkhäusern. "Wenn man für drei Stunden und fünf Minuten im Parkhaus steht und deshalb für vier Stunden bezahlen muss, ärgert das die Leute", erklärt er. Deshalb setzt er sich für eine geringere Taktung der Gebühren ein. Doch diesen Ansatz haben die Betreiber der Parkhäuser abgelehnt.

Puff setzt nun auf die Marketing-Aktion der Stadt, er findet sie "sehr gut". "Sie wird, wie ich hoffe, den Kunden zeigen, dass das Oberzentrum Augsburg lebendig ist", erklärt Puff. "Aber jeder muss dazu beitragen, die Kultur, Wirtschaft, Politik. Wir müssen uns als modernes Oberzentrum präsentieren", sagt er. Denn der Wettbewerb sei extrem schwer "und wir müssen noch einen draufsetzen", fordert Puff.
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