Deutsche Erstaufführung von »Prima Donna«

Figurine zu »Prima Donna« von Marie Pawlotsky
Rufus Wainwrights Hommage an die italienische Oper

Wie klingt eigentlich eine Oper von einem Singer-Songwriter? Rufus Wainwright, das »enfant terrible« der zeitgenössischen Komponistenszene, zeitlebens Grenzgänger zwi-schen Popkultur und Klassik, komponierte nach fünf Studioalben 2006 mit »Prima Donna« seine erste Oper. Eine Hommage an große italienische Opernkomponisten wie Puccini und Verdi, ein Stück, das durch seine Unmittelbarkeit, seine Melancholie und sei-ne spätromantische Musik besticht.
Hans Peter Cloos wird das Werk am 3. Februar im martini-Park zur Deutschen Erst-aufführung bringen, für die eigens eine deutsche Übersetzung angefertigt wurde. Cloos hat neben der Realisierung zahlreicher preisgekrönter Filme für das Living Theatre New York, das Festival de Nancy und das Bouffes du Nord Paris gearbeitet.

Prima Donna (DE)
Oper von Rufus Wainwright


Rufus Wainwright zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Singer-Songwriter-Szene. Er schrieb Hits wie »Cigarettes and Chocolate«, »Hallelujah«, oder »Foolish Love«. Künst-lerisch inszeniert sich Wainwright gern als Gesamtkunstwerk und bringt »Ironie und Ernst, Travestie und heilige Feier« mit einer »hoch individuellen queeren Ästhetik in die beste Balance« (Jens Balzer). Bereits mit 13 Jahren stand der Sohn von Singer-Songwriter Loudon Wainwright III und der kanadischen Sängerin Kate McGarrigle zum ersten Mal auf der Bühne. Der Lebensweg des jungen Rufus schien vorgezeichnet: Sex, Drugs und Rock 'n' Roll. In den 2000ern hatte er einen Zusammenbruch, erzielte jedoch mit seinem Album »Release The Stars« 2007 – als »Baroque Pop« eine Mischung aus Klassik und Pop – seinen Durchbruch. Das Album erhielt eine Goldene Schallplatte in Großbritannien und Kanada. 2006 komponierte Rufus Wainwright mit »Prima Donna« seine erste Oper, die 2009 in Manchester ihre Uraufführung feierte.

Inhaltlich ist »Prima Donna« nah bei Wainwright selbst. Im Mittelpunkt steht das Künstlerdasein, das sich im nervenaufreibenden Spannungsfeld von Erfolg und Scheitern bewegt.
In »Prima Donna« wird das Schicksal einer in die Jahre gekommenen Operndiva skizziert, die auf dem Höhepunkt ihres Ruhms die schlimmste Katastrophe ihrer
Gesangskarriere erleben musste: Sie verlor in einer laufenden Vorstellung ihre Stimme. Angetrieben von ihrem ehrgeizigen Butler bereitet sie sich nun nach mehreren Jahren Pause auf ihr Comeback vor. Doch bruchstückhaft kehrt die so ruhmreiche wie schmerz-hafte Vergangenheit wieder. Vieles bleibt unausgesprochen – und der Zuschauer merkt, dass der Griff nach den Sternen seine Opfer fordert.
Für die Regie konnte ein Regisseur gewonnen werden, der zum ersten Mal in Augsburg inszeniert: Hans-Peter Cloos. Cloos kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und arbeitet für Schauspiel, Oper und Fernsehen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Japan und den USA. Außerdem hat er gemeinsam mit Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Alexander Kluge beim Film »Deutschland im Herbst« mitgewirkt.

Werkstatt mit Probenbesuch
29.1.2018 | martini-Park

Premiere
3.2.2018 | martini-Park

Weitere Termine
7.2.2018 19:30 | martini-Park
9.2.2018 19:30 | martini-Park
15.2.2018 19:30 | martini-Park
2.3.2018 19:30 | martini-Park
10.3.2018 19:30 | martini-Park
18.3.2018 15:00 | martini-Park
27.3.2018 19:30 | martini-Park
8.4.2018 18:00 | martini-Park
22.4.2018 18:00 | martini-Park
14.6.2018 19:30 | martini-Park

Mit Unterstützung der Botschaft von Kanada.

Libretto Bernadette Colomine und Rufus Wainwright
Deutsche Übersetzung Lothar Nickel

Musikalische Leitung Lancelot Fuhry
Inszenierung, Bühne & Videokonzept Hans Peter Cloos
Kostüme Marie Pawlotsky
Dramaturgie Sophie Walz

Madame Saint Laurent Sally du Randt
Marie Jeannette Wernecke
Philippe Wiard Witholt
André Roman Poboinyi
Francois
Jan Plausteiner / Sedat Cerimi
Sofie Kinga Klepaczewski
Orchester Augsburger Philharmoniker
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