DGB demonstriert unter dem Motto "Gute Arbeit für eine Gute Zukunft"

Trotz Kälte und Regen wagten sich viele Bürger auf den Demonstrationszug der Gewerkschaften am 1. Mai. Foto: Jessica Kuska

Zum 125. Mal hat der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Bürger am Tag der Arbeit aufgerufen, auf die Straßen zu gehen und für ihre Rechte zu demonstrieren. Die Flüchtlingspolitik, der Mindestlohn und die Zukunft der Jugend waren nur einige Themen der diesjährigen Mai-Kundgebung. Doch der Dauerregen machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.

"Gute Arbeit für eine Gute Zukunft" lautete das Motto in diesem Jahr. Trotz Kälte und Regen ließen sich die Augsburger nicht von der traditionellen Mai-Demo am Tag der Arbeit abhalten. Alle Beteiligten waren mit vollem Eifer dabei. Mit Trillerpfeifen und Fahnen trafen sie sich am Gewerkschaftshaus, um durch die Augsburger Innenstadt zu marschieren und für eine humanere Arbeitswelt und eine bessere Zukunft zu demonstrieren.

Zum 125. Jahrestag der Mai-Kundgebung hatte der DGB sich einiges vorgenommen. Anders als im vergangenen Jahr versammelten sich die Gewerkschafter nach dem Demo-Zug auf dem Augsburger Rathausplatz. Mit einem bunten Kulturprogramm sollte die Mai-Kundgebung dort einen schönen Abschluss finden. Jonglage, Artistik und ein buntes Unterhaltungsprogramm für Kinder war geplant. Doch das Familienfest fiel ins Wasser. "Das Wetter war noch nie so schlimm wie heute", stellte auch Bürgermeisterin Eva Weber fest, die beim Demo-Zug dabei war.

Auch für DGB-Regionalgeschäftsführer Helmut Jung, der seit 1990 an der Spitze des DGB ist, war die Kundgebung wieder ein Highlight. "Wenn wir gemeinsam kämpfen, wenn wir gemeinsam streiken und wenn wir uns gemeinsam für unsere Rechte einsetzen, dann sind wir stark. Das war vor 125 Jahren so und das hat heute nach wie vor Gültigkeit." So begrüßte der Regionalgeschäftsführer des DGB die Augsburger. Dass die Mai-Kundgebung durchaus noch zeitgemäß ist, zeigten die vielen Streiks in den letzten Monaten. Osram, die Deutsche Bahn, Weltbild, Amazon, oder die Deutsche Post sind nur einige Betriebe, die in den vergangenen Monaten mit Streiks um gerechtere Tarifverträge kämpften.

Hauptredner an diesem ersten Mai war Frank Werneke, der stellvertretende Bundesvorsitzende von Verdi. In seiner Rede konnte er auf viele Erfolge der vergangenen Tarifrunde verweisen. Sei es im Chemiebereich oder bei den Arbeitnehmern der Metall- und Elektroindustrie. "Dennoch stehen die Gewerkschaften weiterhin vor einer Menge Herausforderungen", betonte Werneke. Eine Tarifproblematik von der ganz besonders die Bürger betroffen seien, sei jedoch die Auseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst, insbesondere in den Kitas. Den Arbeitern im Sozial- und Erziehungsdienst, die ab Mai ebenfalls in den Arbeitskampf treten werden, sprach er Mut und Unterstützung zu: "Eines unserer wesentlichen Ziele ist es, die Aufwertung der Berufe und eine deutliche Erhöhung der Einkommen im Sozial- und Erziehungsbereich durchzusetzen. Wir fordern im Durchschnitt eine Erhöhung um zehn Prozent", so Werneke.

Ebenfalls ein wichtiges Thema bei der Kundgebung war der Mindestlohn. "Zehn Jahre Arbeit wurden mit einem Erfolg gekrönt", stellte Werneke fest. Doch zufrieden seien die Gewerkschaften noch lange nicht. Wie der Hauptredner betonte, habe das Gesetz "unverantwortbare Lücken". "Wir werden uns mit den Lücken im Mindestlohn nicht abfinden, wir werden weiterhin dagegen angehen", versicherte er.

DBG-Jugendvorstand Sebastian Müller stellte auf der Mai-Kundgebung ein Thema in den Vordergrund: die Flüchtlingspolitik. Die Zukunft der Gesellschaft liege nicht in Nationalismus und nicht in der Ausgrenzung, stellte er klar. "Anstatt den Flüchtlingen ihr Leben noch schwerer zu machen, sollten wir uns unserer Verantwortung stellen." Man müsse sich auf Prinzipien besinnen, die ein Fundament für eine bessere Zukunft in Augsburg und der Region bilden: Freiheit, Toleranz und Solidarität.
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