Die Natur erobert sich den Haunstetter Schießplatz zurück

Der Schießplatz im Haunstetter Wald wurde bereits 1886 eingerichtet. Bis 1934 dienten die Bunkeranlagen als Munitionslager. Heute schlafen teils Fledermäuse darin.

Eine lange militärische Geschichte verzeichnet der Haunstetter Wald, in dem bereits 1886 durch die Königlich-Bayerische Armee von dem damaligen Generalkommando des 1. Armeekorps die Schießplatzheide in Betrieb genommen und 1934 nördlich des Schießplatzes ein Munitionslager für die Artillerie angelegt wurde.

Die denkwürdige Geschichte erläuterte Leitender Forstdirektor Hartmut Dauner bei einem Termin vor Ort und einer Exkursion zusammen mit dem Haunstetter Forstrevierleiter Max Fische durch das ehemalige Munitionsgelände.

Das Gelände des Schießplatzes mit einer Größe von 57,6 Hektar ist heute noch im Eigentum des Bundes, stand von 1918 bis 1934 in der Augsburger Garnisonsverwaltung und bis 1945 war für den Platz die Wehrmacht zuständig, führte Dauner aus. Gefechtsschießen und umfangreiche Schießausbildungen fanden hier statt.

Bein den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden entstand zwischen den beiden Weltkriegen eine Freizeitdominanz mit der Gaststätte "Beim Harrer". Der Wirt Michael Harrer bot in dem Kastaniengarten Bier vom Fass und zu der damaligen Zeit karge Brotzeiten an. Die Bürger pilgerten am Sonntag gerne mit der Familie zum Schießplatz - viele brachten ihre Brotzeiten mit. Dass unter der Woche scharfe Schüsse fielen, tat der Freizeitbegeisterung keinen Abbruch.

Von 1934 bis 1936, so Dauner, wurde nördlich des Schießplatzes ein Munitionslager mit einer Größe von 14,4 Hektar für die Artillerie angelegt. 15 Bunker zeugen heute noch von der Existenz der "Muna", wie sie genannt wurde. Sie gehörte zur Heeresnebenmunitionsanstalt, war damals schon mit Bewuchs versehen, so dass sie nicht erkannt und bombardiert wurde. So hat die US-Armee nach dem Kriegsende 1945 acht Tage gebraucht, bis sie den Schießplatz und die Muna entdeckt hatte. 1961 wurden 20 ebenerdig kleine Bunker in der Muna dazu gebaut, die nach 1986 wieder entfernt wurden. Geblieben sind die 15 Bunker die bis 1986 genutzt wurden. Die Bunker sind jetzt zugeschüttet oder zugemauert und auch der Eingangsbereich teilweise mit Bewuchs verdeckt. Bei drei Bunkern hat man beim Eingang Schlitze gelassen um den Fledermäusen ein Domizil zu bieten, betonte Dauner.

Die Stadt Augsburg hat 1962 ein Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen, 1975 die Absiedlung der militärischen Einrichtung wegen des Trinkwasserschutzes beantragt und 1983 das Gelände der Muna zurückgekauft. Die Munition wurde bis 1986 entfernt.

Der Betrieb des Schießplatzes unter der Regie der US-Armee und der Mitbenutzung durch die Bundeswehr und der Polizei wurde 1985 eingestellt. Für den Schießplatz ist bis heute noch die Bundesforstverwaltung zuständig, führte Dauner aus.
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