Die Römer bleiben in der Dominikanergasse

Das römische Museum in der Dominikanerkirche musste aus statischen Gründen geschlossen werden. Die Sammlung der Steindenkmäler war zu schwer. Foto: Archiv/Christine Ketzer

Die Vergangenheit Augsburgs hat eine Zukunft. Gestern hat der Kulturausschuss den Weg frei gemacht für einen Erweiterungsbau des Römischen Museums an der Dominikanerkirche. Am Pfannenstiel soll nun ein archäologischer Park entstehen.

Nein, das römische Erbe ist der Stadt nicht egal. So scheint die aktuelle Botschaft zu lauten. Erst kürzlich hatte sich die Stadtspitze in einer mehrseitigen Presseerklärung an die Öffentlichkeit gewandt, um klar zu stellen, dass viel Geld für die Zukunft der römischen Vergangenheit eingeplant ist.

Tatsache sei, so die Pressemitteilung, dass "derzeit bei der Bereitstellung städtischer Mittel ganz besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, all jene Projektbausteine zu realisieren, die Voraussetzung für eine neue und zukunftsfähige museale Präsentation sind". Letztlich entscheide aber der Stadtrat, welche Mittel 2015 dann tatsächlich den einzelnen Maßnahmen zur Verfügung gestellt würden, erklärte Finanzreferentin Eva Weber.

Derzeit laufen die Untersuchungen und statischen Sanierungen an der Dominikanerkirche, wo das Römische Museum bisher untergebracht war. Aufgrund statischer Probleme musste die Ausstellung geschlossen werden. Für die Sanierung stehen in 2014 gut 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Doch die eigentliche Frage entschied sich gestern im Kulturausschuss: Das Römische Museum kehrt nach der Sanierung zurück in die Dominikanerkirche. Oder besser in einen noch zu errichtenden Neubau daneben. Denn die Dauerausstellung soll dort nicht mehr untergebracht werden. Das ehemalige Gotteshaus bietet künftig Platz für Sonderausstellung, allerdings aller Häuser der städtischen Kunstsammlungen und Museen.

Wie das neue Museum aussehen soll, will die Stadt über einen Architekturwettbewerb lösen. Um hierfür allerdings den Rahmen abzustecken, möchte Kulturreferent Thomas Weitzel erst abwarten, bis die vakante Stelle des Museumsleiters neu besetzt ist. "Der Leiter soll in die Vorbereitungen eingebunden sein", erklärte er dem Ausschuss. Somit startet der Wettbewerb wohl erst im Herbst 2015. Die Realisierung erfolgt laut Weitzel in 2016. Zu klären wird dann auch sein, ob die benachbarte Berufsschule III erhalten bleiben soll oder nicht. Wie eine Planerwerkstatt im Oktober gezeigt hat, könnte die Schule durchaus bleiben. Den Architekturwettbewerb stellt sich Weitzel deshalb "modular" vor. Es solle jederzeit möglich sein, das neue Römische Museum zu erweitern, falls die Berufsschule nicht mehr genutzt würde.

Eine Vorentscheidung gab es auch zum Areal am Pfannenstiel. Hier soll ein archäologischer Park entstehen. Erste Ideen dazu existieren laut Weitzel bereits, sie sollen aber erst im neuen Jahr vorgestellt werden.

Ganz verzichten müssen die Augsburger auf ihre Römer nicht, zumindest nicht mehr lange. Im Frühjahr 2015 startet aller Voraussicht nach eine Interrimsausstellung in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses.
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