Diese Augsburgerin will Bierkönigin werden

Zum Wohlsein: Angelina Köpf ist die Augsburger Anwärterin auf den Titel Bierkönigin 2016/17. Foto: Samuel Kramer

Eine Gaststätte mitten in Augsburg: Im Schankraum herrscht am frühen Nachmittag noch gähnende Leere. So sitzt die 23-jährige Angelina Köpf etwas verloren an ihrem Tisch. "Ein Radler bitte", bestellt die Brünettte in dem schwarz-blauen Dirndl bei der Bedienung. "Ich muss nachher noch fahren". Sonst dürfe es gerne Gerstensaft pur sein. Köpf mag Bier und weil sie auch das bayerische Brauwesen schätzt, will sie Bierkönigin werden.

Bisher sieht es damit auch nicht schlecht aus: Köpf ist eine der sieben Kandidatinnen in der Endauswahl. Am 12. Mai entscheidet sich, wer 2016 die Krone tragen darf.

Angelina Köpf studiert an der Ludwig Maximilians Universität München (LMU) Wirtschaftspädagogik mit Mathe. Sie möchte später Berufsschullehrerin an einer käufmännischen Schule oder Lehrerin an einer Berufs-/ Fachoberschule in den Fächern BWR und Mathematik sein.

Ihre große Leidenschaft ist das Reisen, aber auch hier kommt das Bier nicht zu kurz: So besuchte sie bereits in der norwegischen Stadt Tromsø die nördlichste Brauerei der Welt. Außerdem war sie im Rahmen einer Nordamerika-Reise in Quebec, bei einem Bierfest mit Bierprobe. Das sei ähnlich abgelaufen wie eine Weinverkostung, erinnert sie sich.

Nachdem Köpf auf Facebook zufällig über eine Anzeige für die Anmeldung zur Bierkönigin stolperte, bat sie einen befreundeten Fotografen, ein paar Fotos zu machen, die sie für ihre Anmeldung verwendete. "Das war alles ganz spontan", erzählt die Augsburgerin, die ursprünglich aus Anhausen im westlichen Landkreis Augsburg kommt. Jedoch kommt diese Anmeldung natürlich nicht von Ungefähr. Ihre eigene Faszination am Bier komme vor allem von dessen Vielfaltigkeit, unter anderem in Sachen Geschmack.

"Während man zum Beispiel bei Wein bereits im Voraus riechen kann, ob er süß oder trocken ist, ist das bei Bier ganz anders. Ich habe einmal eines probiert, das süß gerochen hat, dann aber sehr bitter schmeckte. Daher gibt es bei Bierverkostungen immer eine Geruchsprobe, bevor man probiert", erklärt Köpf im Tonfall der Expertin. "Es ist daher sehr empfehlenswert, sich einfach mal durchzuprobieren", ergänzt sie.

Beim Casting im März in München überzeugte die Augsburgerin die Jury von ihren Qualitäten und setzte sich gegen 23 Mitbewerberinnen durch. Zuvor waren diese 24 Kandidatinnen intern aus 116 Bewerberinnen ausgesiebt worden. Veranstalter der Wahl ist der Bayerische Brauerbund. Es sucht jedes Jahr Bewerberinnen für das Amt der Bayerischen Bierkönigin, die Bayerisches Bier und die Bierkultur im In- und Ausland vertreten.

Als stressig empfindet Köpf ihre Teilnahme an der Wahl nicht. In ihrem Studium habe sie nur noch drei Prüfungen vor sich, dann könne sie ihre Bachelorarbeit anmelden. Und auch vor den Verpflichtungen als Bierkönigin, wenn sie es denn werden sollte, wird ihr nicht bang. Zwar dürften die Termin im Jubiläumsjahr "500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot" deutlich mehr sein, aber: "Das ist kein Problem", sagt Köpf.

Nun hofft die Bier liebende Augsburgerin, dass möglichst viele aus der Fuggerstadt und der Region für sie im Internet stimmen. Bis Montag, 9. Mai, 12 Uhr, kann unter www.bayrisch-bier.de jeder mit entscheiden, wer Bayerns nächste Bierkönigin werden soll. Diese zählt im Vergleich zu der Entscheidung der Jury und der Entscheidung des Publikums beim Finale ein Drittel.

Von Samuel Kramer
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