Diskussion um Augsburgs Bus-Farben: "Rot-Grün-Weiß!" - oder nicht?

Die neuen Busse in Silber gefallen nicht allen Fahrgästen der Stadtwerke. Die Stadtfarben und das Stadtwappen sind nur noch an der Frontseite der Busse zu sehen. Foto: swa


Rot-grün-weiß sind in Augsburg nicht nur die Trikots des FCA, sondern auch eine Vielzahl von Trams und Bussen. Doch die Stadtwerke verpassen nun einigen ihrer Straßenkreuzern einen silbernen Anstrich. Und auch die traditionelle Farb-Optik der Trams ist inzwischen häufig von knallbunten Werbeflächen überdeckt. Das ärgert so manchen traditionalistischen Nahverkehrskunden.

Bus- und Tram-Nutzer Norbert Richter, Rainer Petrak und Heinz Landherr machen ihrem Unmut über die silbernen Gefährte in einem Brief an Oberbürgermeister Kurt Gribl und alle Stadtratsfraktionen Luft. Durch die neue Optik gehe vieles an Symbolik verloren. "Wir können es nicht fassen, dass die traditionelle Lackierung Geschichte sein soll", schreiben die "überzeugten Augsburger Nahverkehrskunden".

Neben den "identitätslosen" und "ausdruckslosen" Bussen sei vor allem Werbung auf den Verkehrsmitteln ein "Ärgernis". Beklebte Fenster würden zu einem beklemmenden Gefühl im Inneren führen und wartenden Fahrgästen den Blick auf freie Plätze verwehren.

Auf der Straße gehen die Meinungen auseinander. Auch der Kostenaspekt spielt für sparsame Augsburger eine Rolle. "Warum Geld für ein Design ausgeben, wenn das alte auch passt?", fragt etwa Claudia Machmann. Auch Gerd Fink bevorzugt die "klassische Variante". Marianne Mai ist in Punkto Werbung der Meinung, die sei ja eigentlich überall. Egal ob Fernsehen oder eben auch an den Bussen. Es störe zwar manchmal, "letztendlich gibt es aber Schlimmeres". Stefan Harschner hingegen gefällt das neue Design: "Was neues ist doch auch mal schön."

"Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich, das gilt auch für die Gestaltung und die Farbe von Fahrzeugen", sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. "Wir haben auch positive Rückmeldungen, die sagen, die Busse sehen richtig schick und endlich moderner aus."

Bis vor etwa 30 Jahren sei die Traditionsfarbe der Busse und Straßenbahnen in Augsburg Beige gewesen. "Weil vor Jahrzehnten das Beige altmodisch wirkte, wurden die Fahrzeuge moderner gestaltet in Weiß mit den Zusatzfarben Grün und Rot, also in den Stadtfarben", so Fergg. "Jahrzehnte später wollen wir die Fahrzeuge wieder dem geänderten Geschmack entsprechend moderner gestalten und haben uns bei den neuen Bussen für eine silberfarbene Optik entschieden. Sie wirkt einerseits modern, ist andererseits aber klassisch genug, um nicht nur einem kurzlebigen Modetrend zu folgen." Die Stadtfarben Rot-Grün-Weiß seien ja immerhin noch als Streifen an der Fahrzeugfront angebracht.

Die Werbung sei auch eine Geldquelle, erklärt Fergg. Die Einnahmen sind beträchtlich und wirken sich dämpfend auf die Fahrpreise aus." Deshalb wolle man daran auch festhalten, "auch wenn wir wissen, dass beklebte Fenster nicht bei allen Fahrgästen Gefallen finden."

Wie gut den Augsburgern die neuen Kutschen in Edelmetall-Optik wirklich gefallen werden, wird sich ab Anfang März zeigen. Dann werden die ersten 13 Busse im neuen Design als Ersatz für ältere Fahrzeuge an den Start gehen. (
Laura Bongardt )
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Michael Rathke aus Augsburg - City | 11.02.2016 | 21:42  
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