Diskussion zur Sperrstunde in Augsburg: "Friedliche müssten leiden"

Verschiedene Meinungen über eine mögliche Sperrstunde in Augsburg: Jasmin Hüller, Maria Bader und Jessica Kuska. Fotos: Dean Rebric


Zwischen zwei und drei Uhr soll in Augsburger Lokalen das Licht angehen. Das fordert die Stadtratsfraktion der CSM in einem Antrag. Die Polizei spricht sich ebenfalls für eine Sperrstunde aus, da besonders in den frühen Morgenstunden die Zahl der Gewalttaten - auch gegen Polizeibeamte - zunimmt. Die Augsburger selbst sind geteilter Meinung. Maria Bader aus dem Hochfeld, findet die Idee, wieder eine Sperrstunde einzuführen gut, denn "man muss immer auch an die Anwohner denken und die fühlen sich dann sicherer", sagt die 75-Jährige. Sie selbst geht nachts nicht mehr auf die Piste, sagt die Frau mit den großen schwarzen Ohrenschützern lachend.

Jasmin Hüller aus Oberhausen ist hingegen regelmäßig unterwegs. Dass eine Sperrstunde Probleme löst, verneint die 33-Jährige. "Das ist ja Quatsch, das bringt sicher nichts", sagt sie und ergänzt: "Auch wenn die Leute um 2 Uhr aus den Clubs kommen gibt es Stress." Auch für ihr Ausgehverhalten wäre eine Sperrzeit kontraproduktiv. "Ich ziehe erst zwischen Mitternacht und 1 Uhr los, dann nur ein bis 2 stunden feiern zu können wäre blöd", sagt Hüller, die selbst noch nie Schwierigkeiten im Augsburger Nachtleben hatte.

Jessica Kuska kennt das Leben mit einer Sperrstunde. Die 19-Jährige studiert in Bamberg und "da ist unter der Woche um 2, am Wochenende um 4 Uhr Schluss". Bamberger Studenten versuchen jedoch gerade, die Sperrstunde unter der Woche ebenfalls bis vier auszuweiten.

Kuska findet, dass "letztlich die ganzen nicht gewalttätigen Leute darunter leiden müssen, dass es ein paar Idioten gibt". Ohnehin, so führt Kuska aus, glaube sie nicht, dass "die Leute wegen einer Sperrstunde schon um 2 Uhr heimgehen würden, sondern sicher nur in der Stadt rumhängen und da weiterfeiern". Somit sei die Arbeitsentlastung für die Polizei nur eine vermeintliche.
Laura Bongardt
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