"Ein bisschen versaut": Die Rocky Horror Show gibt es in dieser Saison auf der Freilichtbühne zu sehen

The Rocky Horror Show: Die Darsteller Kira Primke (von links), Andreas Köhler und Peti van der Velde sowie der musikalische Leiter Tim Allhoff (hinten) fiebern der Saison auf der Freilichtbühne entgegen. Foto: Kristin Deibl

Toast werfen, den "Time-Warp" tanzen, mit Wasserpistolen spritzen, aber auch mal Korsett und Strapse anziehen - das gehört für die Zuschauer der "Rocky Horror Show" irgendwie dazu. So soll es auch in Augsburg sein, wenn das Kultmusical in der diesjährigen Saison auf der Freilichtbühne am Roten Tor aufgeführt wird. In einer Pressekonferenz haben Darsteller und andere Beteiligte nun das Programm vorgestellt.

Die Freilichtbühnensaison vom 30. Juni bis zum 29. Juli ist in diesem Jahr zugleich das Ende der Intendanz von Juliane Votteler. 17 000 Tickets wurden für die 24 geplanten Vorstellungen bereits verkauft. Mehr hätten bislang nur die "Blues Brothers" eingespielt, erzählt Theater-Sprecher Philip Peters. "Wir steuern auf ein neues Rekordjahr zu, wenn das Wetter mitspielt."

Das Musical von Richard O'Brien dreht sich um ein Paar, das nach einer Autopanne Zuflucht in einem Schloss sucht. Dort begegnet es dem exzentrischen und transsexuellen Frank N. Furter und seinem selbst erschaffenen Retortenwesen Rocky. Schräg wie das Stück selbst soll auch das Bühnenbild auf der Freilichtbühne aussehen: Ein großer roter Mund, aus dem wie eine Zunge eine große Showtreppe führt.

Die Zuschauer können sich an der Produktion beteiligen

Regisseur Christian Brey verspricht sich von der Aufführung vor allem viel Spaß für alle Beteiligten. Ihm gefällt an dem Kultmusical besonders, dass sich die Zuschauer an der Produktion beteiligen können. "Jeder kann hier mal in eine andere Rolle schlüpfen und sich ausleben. Ich bin gespannt, wie die Augsburger das umsetzen", sagt er. Die Fan-Taschen, in denen die Zuschauer alles für ihren Einsatz finden, verkauft das Theater für circa 4 Euro. Eigene Utensilien dürfen hingegen nicht mitgebracht werden.

Übrigens gibt es in den Taschen keinen echten Toast zum Werfen, sondern Bierdeckel mit Aufdruck. Stadt und Theater hätten Angst, dass im Laufe der Saison sonst mehr Ratten als Menschen im Publikum sitzen.

"Sexy und ein bisschen versaut"

Auch wenn es "keine Nacktheit" auf der Bühne geben wird und Gewaltszenen eher "comichaft übertrieben" sein sollen, verspricht Brey: "Das wird schon sexy und ein bisschen versaut." Auf der Pressekonferenz löst diese Aussage eine Diskussion darüber aus, ab welchem Alter das Musical empfohlen werden soll. Eine Regelung gibt es da nicht, so Brey. Das müssten die Eltern selbst entscheiden. "Aber wir schreiben ja nicht Hänsel und Gretel drauf und zeigen dann unerwartet die Rocky Horror Show."
Der musikalische Leiter Tim Allhoff kündigt eine "Band mit klassischer Rockbesetzung" an. Auch wenn im Wesentlichen die bekannten Lieder der Show gespielt werden sollen, soll es "schon ein paar Überraschungen geben".

Zum Abschluss der Saison ist für den 30. Juli das Konzert "Servus und Baba" geplant, in dem die vergangenen Jahre auf der Freilichtbühne noch einmal aufleben sollen.
(Von Kristin Deibl)
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