Ein Brunnen für die Jugend

_170915-manzubrunnen_170915 Gewöhnungsbedürftig: Der neue Manzù-Brunnnen kommt ohne Becken aus.

Er war das letzte Steinchen, das den Königsplatz komplett macht: Seit gestern sprudelt der Manzù-Brunnnen wieder. Damit ist der Königsplatz-Umbau endlich abgeschlossen.

Der Brunnen war im Zuge der Umgestaltung des Königsplatzes im Juli 2011 abgebaut worden. In der Zeit des Umbaus lagen an dieser Stelle provisorisch verlegte Straßenbahn-Gleise, der sogenannte Manzù-Bogen. Nach Inbetriebnahme des ÖPNV-Dreiecks wurden diese wieder entfernt.

Als Schlusspunkt des Kö-Umbaus kehrte nun die bronzene Brunnenfigur des italienischen Künstlers Giacomo Manzù (1908 bis 1991) zurück. Sie wurde 1985 von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben zum 2000. Stadtjubiläum gespendet.

In seiner Form unterscheidet sich der neue Manzù-Brunnen vom ursprünglichen. Die Figur steht nicht mehr in einem Betonbecken, sondern direkt in der Platzfläche. Lediglich ein Viereck von Edelstahlrinnen weist im Pflaster auf den Brunnen hin. Innerhalb des Vierecks fließt Wasser über die Granitplatten - so bleibt der Wunsch des Künstlers gewahrt, dass sich die 2,2 Meter große Frauengestalt in fließendem Wasser befinden soll. Auf dem Königsplatz wurde übrigens nicht mehr die Originalfigur aufgestellt. Diese befindet sich seit dem Umbau im Gebäude der IHK. Der neue Manzù-Brunnen steht unweit des alten Platzes vor der steinernen Sitzbank, die schon länger aufgebaut ist.

Die Inschrift "Gewidmet der Jugend Augsburgs, in deren Händen die Gegenwart und die Zukunft dieser Stadt mit großer Tradition liegt" ziert das untere Ende des Brunnens. Gekostet hat der Brunnen fast eine halbe Million Euro, was innerhalb des gesetzten Kostenrahmens war.

Für Kurt Gribl hat die Einweihung des Brunnens eine starke Symbolkraft. Letztlich füge sich ein Mosaiksteinchen zum anderen. Erst vergangene Woche feierte die Stadt die Fertigstellung des Theodor-Heuss-Platzes, der ebenfalls Teil des "Bebauungsplans 500" für den Königsplatz ist. Fertig umgebaut ist die Innenstadt aber damit noch nicht. Die Maximilianstraße wartet noch immer auf den Abschluss der Sanierungsarbeiten. Hier steht vor allem die Umsetzung einer dauerhaften Straßenbahnlinie durch die Maxstraße aus.

Genauso wartet auch der Fuggerboulevard auf seine Umsetzung. Eigentlich ist geplant, die verkehrsberuhigte Fuggerstraße links und rechts mit einer Doppel-Baumallee zu bepflanzen. Hier soll ein Boulevard entstehen, der zum Flanieren einlädt, eine grüne Achse in Richtung Norden. Doch noch existiert er nur als Plan. Die Umsetzung scheiterte bisher an der angespannten Finanzlage der Stadt. Letztlich wird es vermutlich sowieso klüger sein, den Endpunkt dieser Achse, nämlich das Stadttheater, zuerst zu sanieren.

Und dann fehlt noch immer der Hauptbahnhof, das Kernstück der Mobilitätsdrehscheibe, die ja Ausgangspunkt für die gesamte Innenstadt-Umgestaltung war. "Große Brocken liegen noch vor uns", gibt OB Kurt Gribl unumwunden zu. Bis der Innenstadt-Umbau wirklich abgeschlossen sein wird, fließt also noch viel Wasser über das Pflaster des Manzù-Brunnens.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.