Ein erstes Grobkonzept für ein neues Stadtfest ab 2016 steht

165.000 Besucher waren an Max10 in die Innenstadt gekommen. Danach gab es keine Maxstraßenfeste mehr. Ab 2016 könnte sich das wieder ändern. Foto: CIA/Archiv

Das Grobkonzept steht, die Neuauflage eines Maxstraßenfestes kann 2016 kommen - oder viel mehr könnte. Noch fehlt die Entscheidung im Stadtrat, doch die ersten Signale aus dem Allgemeinen Ausschuss sind positiv.


Eine Insellösung hatte Citymanager Heinz Stinglwagner den Ausschussmitgliedern am späten Montagnachmittag vorgestellt. Dabei ließ er sich die Chance nicht entgehen, noch einmal ausdrücklich auf den Erfolg der vergangenen Maxstraßenfeste hinzuweisen. 165.000 Besucher an drei Festtagen lautete die Bilanz nach dem vorerst letzten Maxfest in 2010. Nach der Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg war Max11 an den hohen Sicherheitsauflagen gescheitert. Das Konzept "konnte nicht verantwortet werden", erinnerte Stinglwagner, der in einem letzten Rettungsversuch 2011 die Festzone entzerren wollte und den Rathausplatz einbezog. Genützt hatte es nichts, Max11 fiel aus, und so auch alle Feste danach - vor allem aber wegen den Dauerbaustellen in der Innenstadt.

Doch die Bauarbeiten sind beendet und die neu gestaltete City schreit förmlich nach einem Stadtfest. "In eine Großstadt gehört ein großes Fest", kündigte Stinglwagner das Grobkonzept an - und Max16 könnte in der Tat groß werden. Sechs "Event Inseln" sollen in der Maximilianstraße entstehen. Eine jede Insel aus fünf bis sechs Buden und/oder Bühne. Die Zwischenräume dienen als Entspannungsflächen. Eine ansprechende Ausleuchtung soll die Brücken schlagen zwischen den einzelnen Inseln. Weiter möchte Stinglwagner auch den Rathausplatz, den Moritzplatz und den Welserplatz in "Event Inseln" verwandeln.

"Die Ordnungsbehörde könnte dieses Konzept als ,offenes Stadtfest' einstufen. Das bedeutet, eine hoch aufgerüstete Sicherheitsstruktur wie bei den bisherigen Max-Festen kann weitestgehend minimiert werden", hofft Stinglwagner. Die bisherigen Max-Feste verliefen allesamt friedlich und ohne größere Zwischenfälle, trotz des riesigen Andrangs.

Aufgrund der Größe des Festes rechnet Stinglwagner mit hohen Kosten. 400.000 Euro setzt er an, die Straßenfeste der Vergangenheit hatten 300 000 Euro gekostet. Damals war die CIA in der Lage, alles aus Sponsoringmitteln und Standgebühren zu begleichen. Für 2016 müsste die Stadt in die eigene Tasche greifen. Die Hälfte etwa könne sich Stinglwagner vorstellen, über Sponsoren aufzutreiben. Ob die Stadt sich mit einem Zuschuss oder über eine Ausfallbürgschaft beteiligen sollte, ließ der Citymanager am Montag offen. Auch als Veranstalter solle die Stadt auftreten, zuvor war es immer die City Initiative Augsburg (CIA), deren Geschäftsführer Stinglwagner ist. Für die Organisation und Durchführung stehe die CIA aber bereit, so Stinglwagner. Darüber hinaus forderte er vom Stadtrat ein klares Bekenntnis zu einem neuen Maxfest. "Es soll nicht nur geduldet sein, es muss auch gewollt sein."

Die Mitglieder im Allgemeinen Ausschuss jedenfalls nahmen den Bericht zum Grobkonzept wohlwollend auf. Vermutlich in der Juli-Sitzung des Stadtrats soll dann die Entscheidung fallen, ob es ein Max16 geben wird - und unter welchem Namen, denn noch ist längst nicht gesagt, dass es bei Max bleibt. Diese Frage und noch viele weitere Details muss Stinglwagner in den kommenden Wochen klären. An Ideen mangelt es nicht. Der Citymanager hat schon über eine weitere Einkaufsnacht an einem der Veranstaltungstage nachgedacht. Damit könnte sich der Handel auch in das Fest einbringen.

Und auch an die Stadtfeste der Zukunft denkt Heinz Stinglwagner: Geht es nach ihm, dann würde bei künftigen Max-Festen auch der Königsplatz eingebunden werden. Er wünscht sich ein "Stadtfest für alle Generationen mit einem ,Wow-Effekt' für Augsburg".



Kommentar
Auch wenn es nur eine erste grobe Idee ist, was Citymanager Heinz Stinglwagner bisher vorgelegt hat, die Insellösung ist von bestechendem Charme. Sie erinnert mit ihrem Raumkonzept an die Publikumsrenner La Piazza und La Strada: Einzel stehende Bühnen, flankiert mit Gastronomiebuden und dazwischen flaniert, bummelt, tummelt sich die Stadt bis in die späten Abendstunden.

Mit dem Gedanken, in Zukunft auch den neuen Königsplatz bespielen zu wollen, nährt Stinglwagner Hoffnungen auf ein echtes Innenstadtfest in der gesamten Fußgängerzone. Solch eine Veranstaltung fehlt der Großstadt Augsburg bislang. Selbst die äußerst beliebten Maxstraßenfeste konnten das nicht leisten.

Für solch ein Fest lohnt sich der Griff in die Stadtkasse. Die Maxfeste hatten insbesondere ins Umland eine enorme Anziehungskraft entwickelt. Eine bessere Werbekampagne kann da auch das renommierteste Marketingbüro nicht erdenken. Eine Viertelmillion Euro scheint da gut angelegt. Nun liegt es an Stinglwagner und seinem Team, das größere und bessere Maxfest auch im Detail passgenau zuzuschneiden auf Augsburgs Bedürfnisse. Markus Höck
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