Ein faszinierender Dreiklang

Beim zehnjährigen Jubiläum des Neubaus von Ballonmuseum und Stadtbibliothek wird unisono die außergewöhnliche Mischung von Kultur, Technik und Geschichte hervorgehoben.

Europa-Abgeordneter Markus Ferber brachte es vor einer illustren Schar geladener Gäste als Festredner auf den Punkt. "Die Verbindung von Kultur, Technik und Historie sind hier außergewöhnlich gelungen", stellte er beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Ballonmuseums und der Stadtbibliothek fest. "Sie bilden einen Dreiklang, der seinesgleichen sucht."

Neben wohlwollenden Worten gab es auch viel zu sehen. Dr. Christof Trepesch, Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, eröffnete mit seiner Laudatio die Ausstellung „Schutzschilde“ der Augsburger Künstlerin Agata Norek. Das Ballonmuseum sei zudem in anderer Hinsicht noch etwas Besonderes, meinte Ferber. Es zähle zu den wenigen technischen Museen in Deutschland, die in kommunaler Hand seien.

Bürgermeister Jürgen Schantin freute sich vor allem, dass sich das Ballonmuseum als ein Wahrzeichen der Stadt entwickelt habe. Ohne diese Einrichtung hätte sicher so mancher Besucher nicht den Weg nach Gersthofen gefunden. Aber auch die Stadtbibliothek befände sich auf der Erfolgsspur.

Das Museum mit der ständigen Ausstellung zur Geschichte der Ballonfahrt sowie mit verschiedenen Sonderausstellungen zählte in den vergangenen zehn Jahren rund 120 000 Besucher. Es fanden 900 Führungen und 200 Veranstaltungen statt. Besonders erfolgreich waren die Ausstellungen „Barbie“, „Leonardo da Vincis Maschinen“ und zuletzt die „Janosch“-Präsentation.

Noch stolzere Zahlen hat die Stadtbibliothek aufzuweisen. Sie verfügt zurzeit über 3200 aktive Mitglieder. Seit der Eröffnung wurden 2,9 Millionen Medien entliehen. Die Bücherei kann außerdem auf circa 100 erfolgreiche Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, Musikveranstaltungen und Lesenächte zurückblicken.

Ein beklemmendes Thema beinhaltete die mit dem Festakt verbundene Eröffnung der Ausstellung „Schutzschilde“. Jedes einzelne der insgesamt 27 Werke der Künstlerin Agata Norek symbolisiere Erfahrungen aus Gewalt und stelle die unsichtbaren Folgen und zahlreichen Facetten dieser Einwirkungen und Zwänge bildnerisch dar, so Vernissageredner Dr. Christof Trepesch. Er hob die große Perfektion sowohl in der künstlerischen als auch technischen Ausführung der Arbeiten Noreks sowie ihre damit verbundene bildhafte Sprache hervor. Ihr gelinge es, einen Spannungsbogen zwischen plastischen Reliefs und inhaltlich dichten Installationen aufzubauen. Ballonmuseum und Stadtbibliothek bezeichnete er als „Stätte der Kunst- und Kulturgeschichte mit dem Schwerpunkt des Fliegens“. Das Projekt „Schutzschilde“ gehe auf die eigene Bewältigung traumatischer Gewalterlebnisse im Jahr 2002 zurück, informierte anschließend die Künstlerin. Die Energie der Schutzschilde verwandle Verletzbarkeit letztlich in Stärke. (Mehr über die Ausstellung in unserer nächsten Ausgabe.)

Ein Wermutstropfen war, dass keiner der Redner auf den Initiator des Museums hinwies. Ohne Alfred Eckert, den „Vater“ des Ballonmuseums, hätte es diese Einrichtung in Gersthofen gar nicht gegeben. Die Moderation des Festakts lag in Händen von Kulturreferent Helmut Gieber. Für die musikalische Umrahmung sorgte Tom Gratza am E-Piano.

Zur Zehn-Jahr-Feier des Neubaus von Stadtbibliothek und Ballonmuseum gibt es im Gersthofer Ballonmuseum an der Bahnhofstraße eine Reihe von Jubiläumsveranstaltungen.

Mittwoch, 5. Juli: Julia Neigel mit „Neigelnah – Freiheit die ich meine“, Lesung mit Musik, 19.30 Uhr. Sonntag, 9. Juni: Aktionstag der Hilfsorganisationen und Künstlergespräch mit Agata Norek, ab 11 Uhr. Dienstag, 18. Juni: Potz-Blitz-Theater mit „Ich bin der Boss“, ein Theaterstück zur Gewaltprävention für Kinder ab sieben Jahren, 10 Uhr. Freitag, 28. Juni: Fadumo Korn mit „Schwester Löwenherz“ – eine mutige Afrikanerin kämpft für Mädchen- und Frauenrechte, Lesung und Vortrag, 19.30 Uhr. Montag, 15. Juli: Leo Martin mit „Ich durchschau Dich!“, ein Vortrag über die besten Tricks des erfolgreichen Ex-Agenten, 19.30 Uhr. Donnerstag, 19. September: Christa Höhs mit „Wenn ich alt bin, werde ich Model“, ein Vortrag gegen den Jugendwahn in unserer Gesellschaft, 19.30 Uhr.
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