Ein Fest für Leopold Mozart: 2019 feiert Augsburg seinen 300. Geburtstag

Im Mozarthaus an der Frauentorstraße wurde Leopold Mozart am 14. November 1719 geboren. Foto: Regio Augsburg Tourismus/Norbert Liesz


Es ist nach 2006 das nächste große Mozartjahr für Augsburg: 2019 jährt sich der Geburtstag von Leopold Mozart zum 300. Mal. Für Augsburg, seiner Geburtsstadt, ist dieses Jubiläum eine besondere Verpflichtung, der die Stadt mit einem besonderen Festprogramm Rechnung tragen will.

Simon Pickel durfte als Leiter des Mozartbüros die Pläne für das Jubeljahr in der Oktobersitzung des Kulturausschusses vortragen. Doch noch sind viele Details offen. Sicher ist nur, dass sich das Deutsche Mozartfest im Mai 2019 und im Anschluss daran der Internationale Violinwettbewerb, der nach dem Jubilar benannt ist, ganz Leopold Mozart widmen. Zudem ist eine Biografie von der Stadt in Auftrag gegeben, die im Herbst 2019 erscheinen soll. Als großen Abschluss plant Pickel einen Festakt am 14. November, dem Geburtstag Mozarts.

"Nachhaltigkeit spielt bei den Planungen eine große Rolle, gleichzeitig soll das Festjahr kein von der Stadt der Bevölkerung aufgesetztes Jubiläum sein", betonte Pickel. Vielmehr sollen die einzelnen Bausteine "die Teilhabe der Bürgerschaft sichern und auch aus dieser heraus entstehen". Diese Aspekte soll ein extra zum Jubiläumsjahr gestaltetes Jahresprogramm der städtischen Musikvermittlung "MehrMusik!" absichern. Weiter will Pickel einen Fördertopf für Projekte aus der Bürgerschaft auflegen.

In der Tat greift die Stadt kräftig in die Tasche, um das Jubiläumsjahr zu finanzieren. Auf 622 000 Euro belaufen sich die geschätzten Kosten für alle Bausteine insgesamt. Davon bezahlen muss Augsburg selbst rund 362 000 Euro. Der Rest wird über Fördermittel, Sponsoring und Konzerteinnahmen abgedeckt. Noch nicht enthalten sind die Kosten für eine mögliche Ausstellung zu Leopold Mozart. Doch da stehe noch nichts fest, berichtete Kulturreferent Thomas Weitzel im Ausschuss.

Ebenfalls noch nicht geklärt sei, wie sich das Mozarthaus im Jubiläumsjahr präsentiere. Weitzel rechnet mit konkreten Vorschlägen im November und Dezember. Eventuell soll über mehr museumspädagogische Elemente Leopold Mozart als Musikpädagoge greifbar gemacht werden. Denn in dieser Rolle, als Lehrer seiner Kinder und Verfasser von "Versuch einer gründlichen Violinschule", ist er am bekanntesten. Sein Buch gilt noch heute als Standardlehrwerk. Doch Leopold Mozart war weit mehr.

Pickel will ihn im Jubiläumsjahr ins rechte Licht rücken. "Leopold Mozart war eine der interessantesten und vielschichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit, ein universeller Geist im besten Wortsinn", schwärmte Pickel im Ausschuss.

Als aktiver Musiker etwa erreichte Leopold, was seinem Sohn Wolfgang Amadeus zeitlebens verwehrt blieb: "Als Salzburger Vizekapellmeister bekleidete er eine hochrangige Anstellung an einem Fürstenhof", erzählte Pickel. Sein Ruhm als Komponist sei zeitlebens enorm gewesen, so Pickel, doch: Der Ruhm "verflog mit seinem Tod schnell, zudem ist ein Großteil seines Opus verschollen.

Dieser Umstand wiederum macht es schwierig bis unmöglich, das Jubiläumsjahr mit Konzerten seiner Kompositionen zu füllen. Daher will Pickel eben auch die anderen Aspekte von Leopolds Persönlichkeit stärker beleuchten, etwa den Musikmanager und Netzwerker. "Leopold erkannte das unvergleichliche Talent seiner Kinder und sorgte im Stil eines modernen Musikmanagers dafür, dass diese europaweit bekannt wurden", sagte Pickel im Kulturausschuss. Dabei griff Leopold auf ein Netzwerk zurück, das die damaligen Landes- und Konfessionsgrenzen einfach überwand.

Laut Pickel war das nur möglich durch Leopolds grundlegendste Eigenschaft als überzeugter und aufgeklärter Europäer. Auch wenn die letzten Details noch geklärt werden müssen, dürfen sich die Augsburger und die Gäste der Stadt auf ein facettenreiches Programm im Jahr 2019 freuen. Und sicher werden auch die Freunde von Wolfgang Amadeus' Musik voll auf ihre Kosten kommen. ( Markus Höck )
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