Ein Festmahl für gelungene Integration

Stolz präsentieren sich die Frauen aus dem orientalischen Kulturkreis vor ihren Heimatspezialitäten. (Foto: Laura Bongardt)

Die Deutsche Angestellten Akademie hilft Frauen aus dem Orient, beruflich und kulturell in Deutschland Fuß zu fassen. Die Teilnehmerinnen sehen das Projekt als großen Erfolg.

Langsam versammeln sich alle eingeladenen Gäste um den großen, reich gedeckten Tisch. Wer zu diesem Zeitpunkt noch keinen Hunger hat, bekommt spätestens beim Anblick der mindestens 15 unterschiedlichen kulinarischen Köstlichkeiten Appetit, die die Frauen nach Rezepten aus ihren Heimatländern Syrien, Irak, Algerien und Afghanistan selbst zubereitet haben. Mit diesem Festmahl bedanken sich die Frauen, die erst seit einiger Zeit in Deutschland leben, bei den Mitwirkenden des Projekts „Frauen aus dem orientalischen Kulturkreis“, Dieses hat ihnen geholfen, sich in Deutschland sowohl kulturell als auch beruflich zu integrieren.

„Wir lernen zusammen, wir lachen zusammen und manchmal weinen wir auch ein bisschen gemeinsam.“ Mit diesen Worten beschreibt eine der knapp 20 Frauen, die Erfahrungen, die sie in den vergangenen 13 Wochen gesammelt hat.

Die Deutsche Angestellten Akademie (DAA) hat das Projekt „Frauen aus dem orientalischen Kulturkreis“ ins Leben gerufen, um die Frauen auf ihrem Weg ins Leben in Deutschland zu begleiten.

Denn neben dem Talent Kochen haben sie auch Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die es zu nutzen gilt.

Seit dem 5. Oktober werden die Frauen bis Silvester diesen Jahres begleitet und unterstützt. Die DAA will ihnen dabei nicht nur helfen, ihre teilweise schon vorhandenen Deutschkenntnisse zu verbessern, sondern auch eine gelungene Integration ermöglichen.

„Der Wille ist schon da, aber über das Wie muss noch Klarheit geschaffen werden“, sagt Gisela Geers, die Bereichs- und Projektleiterin. Um die eigenen beruflichen Wünsche und Ziele der Frauen ans Licht zu bringen, arbeitet die DAA eng mit dem Jobcenter Augsburg Stadt zusammen. So ist auch die Möglichkeit entstanden, ein einwöchiges Praktikum zu absolvieren.

Hanachi Samara aus Algerien erzählt begeistert von ihrem Praktikum bei der Caritas. Die 31-Jährige hat den Wunsch ihre größte Leidenschaft, das Kochen, zum Beruf zu machen. „Kochen ist mein Hobby, ich liebe es einfach“, schwärmt die Mutter einer Tochter, die ihre Heimat verlassen hat und ihrem Mann nach Deutschland gefolgt ist. Die anderen Kursteilnehmerinnen, die zum Teil zu engen Freundinnen geworden sind, haben ebenfalls Pläne für ihre berufliche Zukunft. Von Grundschullehrerin bis Buchhalterin reichen die Wünsche der Frauen.

Die Beweggründe der Frauen, nach Deutschland zu kommen, sind unterschiedlich. Sei es ein Heimatwechsel aus Liebe oder der herrschende Krieg in der alten Heimat. In einem aber sind sich die Frauen einig: „Deutschland bedeutet Freiheit.“ Diese Worte lassen sich aus allen Gesprächen mit den Kursteilnehmerinnen heraushören.
Den Müttern zu zeigen, dass es in dieser Kultur auch möglich ist, Familie und Beruf zu verbinden, sieht die DAA als wichtige Voraussetzung für die Hinführung an den Arbeitsmarkt. Die Frauen sind sich ihrer Vorstellungen und Wünsche bewusst geworden und wollen diese nun auch beruflich verwirklichen.

Letztendlich war dieses Projekt ein „großer Erfolg“, da sind sich alle Mitwirkenden sicher. Ähnliche Angebote sind deshalb auch in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Laura Bongardt und Michèle Böswald
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