Eine Woche für die Ehe

Die "Marriage Week" findet in Augsburg zum 6. Mal, in Friedberg schon zum 7. Mal statt. Brigitte Nickel (links) vom Koordinationsteam, Augsburgs Sozialreferent Stefan Kiefer und Martha Reißner (Dritte Bürgermeisterin in Friedberg, rechts) stellten gestern das Programm für die diesjährige Aktionswoche für den Augsburger Raum vor. Foto: Clarissa Beck

Die Stadt Augsburg beteiligt sich in diesem Jahr zum 6. Mal an der bundesweiten Aktionswoche "Marriage Week". Dabei geht es jedoch nicht darum, die Bürger zum Heiraten zu animieren, sondern die "Beziehungskompetenz" zu stärken, wie Sozialreferent und Bürgermeister Stefan Kiefer (SPD) erklärte.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Augsburg 1250 Ehen geschlossen. Das ist für die Organisatoren aus Augsburg und Friedberg Beweis genug, dass die Ehe kein Auslaufmodell ist. Initiatorin und Paartherapeutin Brigitte Nickel erklärte das Prinzip hinter der "Marriage Week". Die Idee stamme ursprünglich aus England und schlug vor sieben Jahren nach Deutschland über. 1996 fand dort die erste "Marriage Week" statt. Friedberg beteiligt sich seit sieben Jahren an der Aktionswoche. Augsburg stieg vor sechs Jahren mit ein. "Man kann die Ehe nicht irgendwie leben", erklärte Nickel. Man wolle mit der "Marriage Week" Paare fördern und unterstützen. Die Aktion soll nicht die Bürger davon überzeugen, eine Ehe zu schließen, sondern will sie auf diesem Weg begleiten und richtet den Fokus darauf, was nach der Trauung passiert.

Die Woche findet jedes Jahr vom 7. bis 14. Februar statt. Für den Auftakt am Samstag, 7. Februar, in Augsburg hat sich Sozialreferent Stefan Kiefer eine ganz besondere Überraschung ausgedacht: Er lädt 100 Paare zu einem Abend in den Kleinen Goldenen Saal ein. Boglarka Hadinger wird mit dem Vortrag "Eine gute Ehe ist, wenn sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist" versuchen, neue Impulse für Paare auf ihrem gemeinsamen Weg zu setzen. Den Abschluss bilden Loriots "Szenen einer Ehe" und Musik. Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung wegen der begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich.

Rund 35 Veranstaltungen hat das Organisationsteam im Raum Augsburg, Friedberg und Aichach auf die Beine gestellt. Der Bogen spannt sich hier von Essen, über Tanzen, Spielen, Vorträge bis hin zu Gottesdiensten. Wobei es sich bei der Aktionswoche nicht um eine kirchliche Veranstaltungsreihe handelt. Das betonte Nickel ganz besonders, auch wenn im Organisationsteam viele Helfer mit christlichem Hintergrund mitwirken. Der Glaube spielt dabei keine Rolle.

Das belegen auch die vergangenen Jahre. Allein 2014 haben rund 900 Teilnehmer die Angebote der "Marriage Week" im Raum Augsburg wahrgenommen. Weltweit waren es sogar 1,5 Millionen. Das zeigt, dass den Menschen viel daran gelegen ist, die Ehe gut zu führen. Martha Reißner, Friedbergs Dritte Bürgermeisterin, weiß aus eigener Erfahrung, dass Heiraten wieder modern ist. Die "Marriage Week" solle dabei helfen, die Wertschätzung der Paare und deren Gemeinsamkeiten zu Pflegen. Das sei besonders wichtig, da die Menschen heute viel älter werden und dadurch viel mehr Zeit miteinander verbringen. Das stelle die Partner auch vor große Herausforderungen. Um diese zu meistern, will die "Marriage Week" Anreize und Hilfen geben.

Da Friedberg sich zum 7. Mal an der Aktionswoche beteiligt, hat sich die Stadt hier ein besonderes Thema ausgedacht, erklärt Reißner. Nach dem Zufallsprinzip wurden 35 Ehepaare zu einem Abendessen ins Rathaus eingeladen, die sich alle im sprichwörtlich "verflixten siebten Jahr" der Ehe befinden.

Einen launigen Vortrag wird der Apotheker Hannes Proeller in der Rothenberg-Apotheke in Friedberg zum Thema "Viagra und Co." halten und Überraschungsabende versprechen die Kinos in Aichach und Königsbrunn am Valentinstag, Samstag, 14. Februar, zum Abschluss der Aktionswoche.

Alle Termine und Informationen zur "Marriage Week" gibt es im Internet unter www.marriage-week-augsburg.de.
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