Endspurt im Kaufhof

Galeria Kaufhof: Schon morgen wird die Filiale in der Augsburger Innenstadt endgültig schließen. Foto: Kristin Deibl

Rohe Ziegelwände, freigelegte Rohre und leuchtend orangefarbene Prozent-Schilder - so sieht es zur Zeit in der Filiale von Galeria Kaufhof in der Bürgermeister-Fischer-Straße aus. Während in einigen Regalen nur noch einzelne Parfüm-Flakons stehen, wühlen sich die Schnäppchen-Jäger an anderer Stelle durch bergeweise Taschen, Schuhe und Bücher. Handwerker versetzen gleichzeitig des Gebäude in seinen ursprünglichen Zustand zurück.

Schon morgen wird die Filiale ihre Pforten für die Kunden dann endgültig schließen. Dass es so kommen wird, ist bereits seit zwei Jahren klar. Das Unternehmen wollte seine Mitarbeiter möglichst frühzeitig informieren, um "die Schließung sozialverträglich zu gestalten". Wie Geschäftsführer Hubert Lauer nun erklärte, sei bis auf einen für alle der 72 Beschäftigten eine Lösung gefunden worden. Einige würden nun zu anderen Kaufhof-Filialen, beispielsweise in München, wechseln, manche würden in Rente gehen oder hätten zu anderen Arbeitgebern gewechselt.

Grund für die Schließung von Galeria Kaufhof sind, wie oftmals in solchen Fällen, die Kosten. Es fehle die wirtschaftliche Perspektive, teilte das Unternehmen mit. Im Jahr 2000 öffnete die Filiale. 2012 wurde sie sogar noch aufwendig renoviert und die Neueröffnung groß gefeiert. Als erstes Geschäft im Einzelhandel in Schwaben erhielt sie außerdem das Qualitätszeichen "Generationenfreundliches Einkaufen".

Genützt hat all das nichts. Bis Ende des Monats müssen nun die rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche geräumt und an die Eigentümer übergeben werden. Schuh Schmid steht als Nachmieter bereits fest, doch wie es im Detail mit dem Gebäude weitergeht, ist noch nicht klar. "Ein konkretes Konzept gibt es noch nicht", berichtet Mirjam Adamovicz von der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg. "Der Eigentümer gibt bis jetzt noch keine genauen Infos heraus."

OB Kurt Gribl stellte einmal die Idee in den Raum,aus dem Gebäude eine kleine Mall zu machen. Das sei durchaus vorstellbar gewesen, so Adamovicz. Die Verkaufsfläche sei sehr groß für ein einzelnes Unternehmen. Bei Schuh Schmid sei aber denkbar, dass es eine solche Fläche auch alleine bespielen könne. "Sicher ist das aber noch nicht. Wir müssen wohl einfach noch etwas abwarten, bis der Eigentümer seine Pläne bekannt gibt", fasst Adamovicz die Situation zusammen.

Schuh Schmid verkauft in anderen Filialen neben Schuhen auch Damen-, Herren-, Kinder- und Sportbekleidung. Wann genau der Betrieb in der neuen Filiale losgeht, ist noch offen. Vertreten ist das Unternehmen zur Zeit bereits unter anderem in Neusäß, Gersthofen und Karlsfeld. In Kürze wird auch in Friedberg eine weitere Filiale eröffnen.
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