Endstation Autobahn: Tiere aussetzen ist keine Lösung!

Der Sommer ist endlich wieder da und mit ihm leider auch die ansteigenden Zahlen an ausgesetzter Haustiere. Jährlich werden mehr als 500.000 Tiere am Straßenrand, in den Stadt-Gassen oder gar auf den Autobahn-Raststätten ausgesetzt. Sie, die Haustiere, die immer für uns Menschen da sind, werden auf einmal ganz auf sich allein gestellt der Natur überlassen. Es gibt viele Gründe welche die Leute dazu drängen ihr Tier auszusetzen, so wie zum Beispiel: Zeitmangel. Eine Last sind aber oft auch Ferienzeiten oder finanzielle Gründe.

Aussetzen von Haustieren ist kein Kavaliersdelikt!

Ein Haustier braucht viel Pflege und natürlich auch eine Menge Aufmerksamkeit. Potenzielle Neu-Besitzer unterschätzen leider zu oft die Kosten die die Anschaffung und den Unterhalt eines Haustieres mit sich bringen. Viele Personen kaufen oder adoptieren ein Tier aus einer Laune heraus oder verschenken es als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk - ohne sich darüber den Kopf zu zerbrechen, dass ein Tier eine Anschaffung für viele Jahre bedeutet. Wenn sie dann bemerken, dass ein Haustier mehr Zeit, Platz, Aufmerksamkeit und auch finanzielle Mittel benötigt als sie ihm geben können oder wollen, kommt es leider zu oft als letzte Lösung zum Aussetzen des treuen Tieres.

Das Aussetzen wird meistens auf anonyme Weise getan und dies häufig mit viel Gleichgültigkeit. Aber ein Tier auszusetzen ist kein Kavaliersdelikt und wird vom Gesetz hart bestraft, denn es ist verboten ein Haustier ohne Aufsicht (Pflege, Futter usw.) einfach so in der Natur zu hinterlassen. Der §3 und §18 Tierschutzgesetz bestraft das Aussetzen mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro oder sogar mit einer Haftstrafe. In Deutschland gibt es mehr als 750 registrierte Tierheime, welche versuchen alle Tiere in Not aufzunehmen, ihnen ein Dach über dem Kopf zu geben, sich um sie kümmern und sie zu pflegen. Deshalb ist es auch so wichtig den lokalen Tierheimen und Vereinen wie dem Tierheim Augsburg zu helfen - entweder mit Spenden (finanziellen oder auch mit Futter, Decken, etc.) oder mit persönlicher Unterstützung (Hunde Gassi führen, Käfige reinigen, usw...).

Was ist zu tun, wenn man ein ausgesetztes Tier findet?

Es ist ratsam die Feuerwehr, Polizei, nächstliegende Tierheim und oder einen Tierarzt zu benachrichtigen, denn auch Menschen die ihr entlaufenen Tier suchen, geben häufig Suchanzeigen bei den verschiedenen Organisationen auf. Ist das Tier gechippt, kann so der Besitzer deutlich schneller aufgefunden werden. Sie können natürlich auch gemeinnützige Organisationen wie zum Beispiel die Tasso e.V. kontaktieren. Sie stehen ihnen sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite, denn dieser Stil von Organisationen hat ein sehr großes Register wo vielen Haustiere registriert sind. Falls das Tier nicht gechippt ist und sich kein Besitzer in den folgenden Tagen meldet, wird das Tier an das Örtliche Tierheim weitergeleitet um dort die Chance auf ein neues Zuhause zu bekommen.

Falls man sein Haustier aus diversen Gründen abgeben will oder muss, ist es natürlich möglich das Tier in einem Tierheim oder einen Tierverband abzugeben. Manche Organisationen berechnen eine kleine Bearbeitungsgebühr oder Spende, um das Tier aufzunehmen z.B. für gesundes Tierfutter und eventuelle Tierarztkosten. Falls man sein Tier aber nicht in ein Tierheim bringen möchte, gibt es viele andere Möglichkeiten um ihm ein neues Zuhause zu finden, wie zum Beispiel einen Platz bei einem anderen Familienmitglied und Bekannten oder man kann ihm einen neuen Besitzer übers eine Anzeige im Internet, beim Tierarzt oder in der lokalen Zeitung suchen.

Wie kann man das aussetzen vermeiden?

Als erstes sollte man sich ausgiebig über die Bedürfnisse des ausgewählten Tieres informiert, bevor man das Tier bei sich aufnimmt:

1. Es ist wichtig sich bei dem Züchter oder einer andere qualifizierten Person zu informieren, welche Kosten nach der Anschaffung auf einen zukommen. Generell muss man mit 50 bis 60 Euro pro Monat rechnen zzgl. möglichen Tierarztkosten.

2. Man sollte sich gut überlegen ob man auch wirklich genug Zeit hat um sich artgerecht um ein Tier zu kümmern, denn jedes Tier hat seine Eigenheiten und Bedürfnisse. Dabei kommt es ganz auf die Art, die Rasse, das Alter, die Größe, etc. des Haustieres an.

3. Die Wahl des Tieres sollte mit dem Lebensstil der jeweiligen Person harmonieren. Zum Beispiel ist es nicht ratsam für eine ältere Person einen sehr großen und starken Rottweiler auszusuchen, sondern eher einen Hund der weniger Auslauf und Beschäftigung benötigt.

4. Erkunden Sie sich auch über die eventuellen Möglichkeiten die sich Ihnen bieten um Ihr Tier während der Ferien gut unterzubringen. Tierheime, Nachbarn, Familie, Pet-Sitter, usw. sind tolle Lösungen damit Ihr Tier wären Ihrer Abwesenheit gut untergebracht ist.

5. Man sollte auch nicht vergesse sich über den Charakter, die ausgewachsene Größe (wenn es ein junges Tier handelt) des Tieres zu informieren. Den nur zu oft schmelzen wir vor einem süßen Baby-Tier so dahin, aber mit der Zeit bemerkt man dann plötzlich, dass das das ehemals kleine Tierchen zu einem riesen Haustier herangewachsen ist.

Das Fazit

Der andere Weg um das aussetzen zu verhindern, ist sein(e) Tier(e) zu kastrieren, diese Operation ist nicht so extrem teuer und vermeidet, dass Ihre Tiere sich ungewollt paaren und Sie so ungewünschte Würfe vermitteln müssen. Ein Haustier ist ein Lebewesen mit Emotionen und kein Plüschtier, es ist also sehr sehr wichtig sich im Vorhinein sicher zu sein das man dem Tier gerecht werden kann. Wenn alle Bedingungen Ihrerseits erfüllt sind, dann kann das Abenteuer Haustier losgehen!
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