Entlastung für die Notaufnahme

Dr. Markus Wehler (von links), Chefarzt der IV. Medizinischen Klinik und Notaufnahme sowie Dr. Karl Ebertseder und Dr. Jakob Berger, beide Vorstandsbeauftragte der KVB Bezirksstelle Schwaben, sahen sich die Räume der KVB-Bereitschaftspraxis im Klinikum Augsburg an. Am Sonntag, 1. November, geht sie in Betrieb. (Foto: Ulrich Wirth/Klinikum Augsburg)

Gute Nachrichten für Patienten, die außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten medizinische Hilfe brauchen: Zum 1. November eröffnet die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am Klinikum Augsburg eine Bereitschaftspraxis. Diese ist, neben der Praxis am Vincentinum in der Augsburger Innenstadt, die zweite KVB-Bereitschaftspraxis in Augsburg.

Die neue Bereitschaftspraxis am Klinikum Augsburg hat montags, dienstags und donnerstags ab 18 Uhr, mittwochs und freitags ab 13 Uhr und an den Wochenenden ganztags geöffnet.

Die Praxis befindet sich in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Notaufnahme des Klinikums, der Weg ist gut sichtbar ausgeschildert. Bayernweit gibt es derzeit mehr als 50 zentral gelegene Bereitschaftspraxen, die sich in der Regel an Kliniken befinden. Die Zahl dieser Bereitschaftspraxen soll in den nächsten Jahren sukzessive auf über 100 steigen.

Für das Klinikum Augsburg ergeben sich ebenfalls Vorteile aus der Gründung der KVB-Bereitschaftspraxis, da durch den steigenden Patientenansturm die Situation in der Zentralen Notaufnahme zuletzt äußerst angespannt war. Die damit verbundenen Wartezeiten führten sowohl zum Unmut der Patienten und ihrer Angehörigen als auch zu einer enormen Arbeitsbelastung der Mitarbeiter der Notaufnahme. Nach Schätzungen des Klinikums könnten etwa 25 Prozent der Patienten – also 30 000 Menschen pro Jahr – zukünftig direkt in der am Klinikum befindlichen Bereitschaftspraxis behandelt werden, was zu einer spürbaren Entlastung der Notaufnahme beitragen würde.

Die neue Praxis am Klinikum Augsburg ist Teil einer umfassenden Reform des Bereitschaftsdienstes in Bayern. Ziel ist es, flächendeckend in ganz Bayern eine ambulante medizinische Versorgung auch an Wochenenden und Feiertagen zu gewährleisten und zugleich die Dienstbelastung möglichst gleichmäßig unter den zum Dienst verpflichteten Haus- und Fachärzten zu verteilen. Außerdem sollen die Notaufnahmen an den Kliniken entlastet werden.

Mit mehreren Pilotprojekten begann im Oktober dieses Jahres die zweite Umsetzungsstufe der Reform. Auch der Großraum Augsburg gehört dazu. In den Pilotregionen wird es einen getrennten Fahrdienst und Dienste in Bereitschaftspraxen, die vorrangig an Kliniken eingerichtet werden, geben. Die Patienten finden so bayernweit gut erreichbare Bereitschaftspraxen, die sie ohne Voranmeldung aufsuchen können.
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