Erster Kongress für Jugendleiter in Augsburg

Weiterbildung für Jugendleiter Hoffen auf den Erfolg des ersten Kongress zur Weiterbildung für Jugendleiter (von links): Frank Brütting, Verbandskoordinator SJR, Kreisjugendpflegerin Christine Matzura (KJR Augsburg-Land), Jonas Mattejat, stellvertretender Vorsitzender SJR, SJR-Vorsitzender Franz Schenck und Gottfriede Schwitters, Geschäftsführerin KJR Aichach-Friedberg. Foto: Markus Höck

Engagiert müssen sie sein, kostenlos ihre Freizeit opfern und bestens ausgebildet: Rund 10 000 Jugendleiter kümmern sich in Augsburg und den Nachbarlandkreisen um 100 000 Jugendliche in Gruppen und Vereinen. Um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen findet im November der 1. Kongress für Jugendleiter in Augsburg statt.

Die Idee dazu kommt aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. "Wir haben festgestellt, dass uns die Jugendleiter immer mehr wegbrechen", berichtet Gottfriede Schwitters, Geschäftsführerin KJR Aichach-Friedberg. Ihr ehrenamtliches Engagement hätten diese zwar weitergeführt, aber eben nur noch in ihrer Trachtengruppe, in ihrem Schützenverein. Der Austausch mit anderen Verbänden über den KJR hätte abgenommen.

"Die Anforderungen an junge Menschen, die sich in der Jugendarbeit engagieren, steigen stetig. Gleichzeitig engen veränderte Rahmenbedingungen mit verkürzten Schul- und Studienzeiten die zeitlichen Ressourcen immer mehr ein. Das war für die beteiligten Jugendringe Anlass, über neue Wege der Fort- und Weiterbildung ehrenamtlich Engagierter nachzudenken", erklärt Jonas Mattejat, stellvertretender Vorsitzender des SJR Augsburg.

Zunutze machen sich die Jugendringe eine Besonderheit der sogenannten "Juleica", der Jugendleiter-Card. Dieser Ausweis bestätigt die Befähigung zur Jugendarbeit, denn sie ist an bestimmte Standards geknüpft. 34 Stunden Grundausbildung sowie ein Erste-Hilfe-Kurs sind die Voraussetzung zum Erwerb der Karte. Alle drei Jahre steht eine mindestens achtstündige Fortbildung an, um die Karte verlängern zu können. Doch gerade hier baut sich für viele Jugendleiter eine Hürde auf. Kleinere Verbände und Vereine sind oft nicht in der Lage, selbst diese Fortbildungen zu organisieren. Kurse bei anderen Verbänden sind oft weit weg oder sind schwer im Terminkalender unterzubringen.

Die richtige Folge daraus ist der Kongress, bei dem gebündelt an einem Wochenende ausreichend Fortbildungskurse und Workshops angeboten werden, um die Juleica verlängern zu lassen, 25 sind es insgesamt. Die Themenvielfalt ist dabei enorm: Vom Kinderzirkus über Kochen für Großgruppen bis zur interkulturellen Kompetenz in der Jugendarbeit ist ein weiter Bogen gespannt. "Bei der Planung standen wir vor der Frage, ob wir einen Schwerpunkt setzen sollen, oder eher ein breitgefächertes Angebot präsentieren", erzählt Frank Brütting, Verbandskoordinator beim SJR Augsburg. "Wir haben uns für die Vielfalt entschieden."

Jedes Angebot hat eine Dauer von drei Stunden. Wer also drei Kurse besucht,hat die acht Stunden schon in der Tasche. Insgesamt stehen 250 Kursplätze zur Verfügung.

Große Unterschiede im Themenbedarf zwischen Stadt und Land gebe es nicht, sind sich die Vertreter der Jugendringe einig. "In der Stadt gibt es mit den VJMs, den Vereinen junger Migranten, eine Besonderheit", sagt Brütting. Diese verfügten noch nicht über eine gefestigte Struktur und seien auf das Angebot der Jugendringe angewiesen. Auf dem Land dagegen spiele das Thema Mobilität eine ganz andere Rolle, als in der Stadt, weiß Christine Matzura, Kreisjugendpflegerin im KJR Augsburg-Land.

Wenn der Kongress gut läuft, dann soll auch bald eine Wiederholung stattfinden. Ein regelmäßiges Angebot hält Brütting für sinnvoll. "Ob es jährlich wird, weiß ich nicht, aber sicher zweijährlich."
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