Es regt sich etwas in der ehemaligen Komödie

Das marode Gignoux-Haus in der Augsburger Altstadt soll nun für mehrere Millionen Euro saniert werden. Foto: Kristin Deibl

Einst war es ein Schmuckstück in der Augsburger Innenstadt. Doch schon lange hinterlässt das Gignoux-Haus am Vorderen Lech in der Altstadt keinen guten Eindruck mehr auf Passanten. Risse in der Fassade und dreckiger Putz sind nur die äußeren Anzeichen dafür, dass das Objekt längst sanierungsbedürftig ist. Jetzt gibt es erstmals wieder gute Nachrichten: Das Haus soll saniert werden.

Der neue Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie will die Modernisierung vorantreiben. Mit der weiteren Entwicklung und Verwaltung wurde das Unternehmen Peter Wagner Immobilien beauftragt, das zunächst die Ermittlung der Baukosten in Angriff nehmen will. Noch ist nicht klar, wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, doch Experten rechnen mit mehreren Millionen Euro. Das marode Haus aus dem 18. Jahrhundert muss statisch gesichert werden und die einzelnen Planungsschritte müssen mit der Denkmalpflege besprochen werden.

Das Theater, das das Gebäude früher als Spielstätte genutzt hat, ist zwar schon vor Jahren ausgezogen, momentan allerdings ist ein Teil des Gignoux-Hauses noch vermietet. Den Menschen, die mitunter schon seit vielen Jahren dort leben, wurde nun gekündigt. Während sich einige bereit erklären, trotz langer Kündigungsfristen vorzeitig auszuziehen, nehmen andere die Nachrichten deutlich weniger positiv auf und lassen sich rechtlich beraten. Dennoch soll aus Sicht des Immobilienfachmannes Wagner die Sanierung in den kommenden zwei Jahren über die Bühne gehen. Dann sollen dort teilweise neue Wohnungen entstehen.

Im Restaurant "Al Teatro" wird auch während der kommenden Sanierungsarbeiten der Betrieb normal weiterlaufen, denn dem Pächter Bruno Strocchi wird sein langjähriger Mietvertrag nicht gekündigt werden.

Das Gignoux-Haus hat in den vergangenen 15 Jahren einige Eigentürmerwechsel und die verschiedensten Nutzungspläne mitgemacht. Eine Moschee im Erdgeschoss oder eine Taxizentrale - durchgesetzt hat sich letztendlich keine der Ideen.

2005 kaufte ein Immobilienhändler das Rokoko-Gebäude vom Bürgerbräu-Unterstützungsverein, nachdem die Stadt zuvor von ihrem Erstkaufrecht keinen Gebrauch machen wollte. 2010 zog die Komödie des Theaters aus, da die Brandschutzrichtlinien im Saal nicht mehr eingehalten werden konnten.

2012 musste der Hauseigentümer Insolvenz anmelden, wurde zudem zu einer Haftstrafe verurteilt und verstarb schließlich, während er auf Freigang war. Die Eigentumsverhältnisse waren seitdem völlig unklar. Ein Konkursverwalter soll den Verkauf des Gebäudes letzten Endes in die Wege geleitet haben.
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