Fahrradunfall im Urlaub: Augsburger Verein Papilio trauert um Vorsitzende Heidrun Mayer

Heidrun Mayer baute das Kindergartennetzwerk Papilio auf. Vergangene Woche starb sie im Urlaub in der Steiermark an den Folgen eines Fahrradunfalls. (Foto: Papilio)

Das Augsburger Sozialunternehmen Papilio trauert um Heidrun Mayer. Die geschäftsführende erste Vorsitzende starb am vergangenen Donnerstag nach einem Fahrradunfall während ihres Urlaubs in der Steiermark. Das teilte Papilio am heutigen Donnerstag mit. Sie wurde 55 Jahre alt.

Mit Heidrun Mayer verliert Papilio eine prägende Persönlichkeit. Die Sozialunternehmerin hatte es sich zur Aufgabe gemacht, frühzeitig die emotionale Kompetenz von Kindern zu stärken, schreibt der Verein in seinem Nachruf. Dazu entwickelte die Sozialpädagogin vor 14 Jahren als Projekt- und Studienleiterin im Augsburger "beta Institut" das Kindergartenprogramm Papilio, das Kinder davor schützt, im Jugendalter mit Sucht und Gewalt auf Krisen zu reagieren.

Seither setzte sich Heidrun Mayer mit großem Erfolg dafür ein, dass sich Papilio als Baustein in der Ausbildung von Erzieherinnen in ganz Deutschland etabliert. Sogar in Finnland wurde man auf das vielfach ausgezeichnete Vorzeigeprogramm aufmerksam, seit 2015 fördert das finnische Bildungsministerium dort die flächendeckende Einführung.

Vor sechs Jahren wagte Heidrun Mayer den Schritt in die Selbstständigkeit: Nachdem der Hauptförderer beim beta Institut die Unterstützung einstellte, gründete sie einen gemeinnützigen Verein und führte ab Juni 2010 mit einem Team von rund zehn Mitarbeitern ihr Herzensprojekt selbstständig fort. Für ihren unternehmerischen Mut und ihr soziales Engagement wurde sie als Ashoka Fellow ausgewählt und in das weltweite Netzwerk von Sozialunternehmern aufgenommen.

„Heidrun Mayer hatte ein großes internationales Netzwerk und einen reichen Erfahrungsschatz als Erzieherin in der Sozialarbeit und Jugendhilfe“, so Heidi Scheer, die nun als stellvertretendes Vorstandsmitglied des Papilio e.V. die laufenden Geschäfte weiterführt bis die Nachfolge durch die Vereinsorgane geklärt ist. „Sie wusste genau, worauf es in der Praxis ankam und wie man für dieses wertvolle gesellschaftliche Wirken Förderer gewinnt. Wir werden ihr Lebenswerk in ihrem Sinne fortführen.“

Die Trauerfeier findet am 31. August um 14.30 Uhr in der Augsburger Moritzkirche, Moritzplatz 3, statt.
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